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„Wintertraum“ entfachte ein kreatives Feuer

Traumhaftes Comeback für Stadtkapelle Kenzingen – Gelungene Feuertaufe für Dirigent Dennis Droll

Kenzingen (slw). Lange Zeit hatte man von der Stadtkapelle nichts mehr gehört. Nach einem Jahr der Abstinenz gelang nun mit dem „Wintertraum“ ein traumhaftes Comeback. Die Feuertaufe des Neudirigenten Dennis Droll gelang eindrucksvoll. Im Rahmen des Konzerts gab es drei Ehrungen von Musikern mit 130 Jahren Blasmusikerfahrung.


Die Eröffnung war kraftvoll mit dominantem Blech. Dem Kapellmeister ist es mit der Ouvertüre „Raise oft the Son“ des Amerikaners Rossano Galante gelungen, das Wechselspiel getragener Passagen in langsamen Tempi ausdrucksstark nachzuempfinden. Dem schloss sich „How to train your Dragon“ an, zu dem John Powell die Musik schrieb. Der Animationsfilm gibt eine Anleitung zur Drachenzähmung, verrieten die beiden Conférenciers Sanja Christoph und Kristof Haverkorn, die kurzweilig das Programm moderierten.
Ebenfalls noch nicht lange im Amt ist der Vorsitzende Michael Czakalla. Er hieß die Gäste in der Üsenberghalle willkommen und versprach, ein Genussfeuerwerk zu entfachen. Die Proben seien in Zeiten der Pandemie nicht gerade ideal gewesen, doch habe man bei Bustouristik Schnell in den Hallen proben können. Dass tönende Träume wahr werden können, erzählte „A million dreams“ aus dem Musical „The Greatest Showman“. Sängerin Annie Diaz trug zusammen mit sechs Mädels und Jungs vom evangelischen Kinderchor das inspirierende Lied über die Erfüllung eigener Träume vor. Beginnend mit zarten und sanften Passagen entwickelte sich ein kraftvoller Orchesterklang, ohne dabei die Gesänge zu vernachlässigen.
Technische Brillanz und rhythmische Genauigkeit herrschten auch nach der Pause. Annie Diaz imponierte mit ihrer Stimme in engem Zusammenspiel mit Posaunist Yann Dressler zum Popsong von John Legend „All of me“ in einem Arrangement des in Breisach gebürtigen Hobbymusiker Peter Riese. Aus der Feder von John Williams stammen nahezu alle Steven Spielberg-Filme. Von Maurice Hamers wurden die Streifen „Indiana Jones“ und „Star Wars“ zu „Symphonic Marches“ verschmelzt.
 

Zeit für Ehrungen

Die stellvertretende Präsidentin des Oberbadischen Blasmusikverbandes Breisgau, Karin Horst, reiste aus Pfaffenweiler an und nahm Würdigungen vor. Tubist Andreas Reichenbach ist stolze 50 Jahre der Stadtkapelle treu und versorgt seine Kollegen als Metzgermeister nach den Proben mit Kraftvollem. Auf eine 40-jährige Waldhornkarriere blicken Stefan Kessler und Michael Czakalla zurück. Beide tragen künftig die goldene Verbandsehrennadel am Reverse. Für Karin Horst erfüllen alle Vorbildfunktionen.

Populäre und anspruchsvolle Melodien aus den verschiedensten Musikgenres fanden ihre Fortsetzung in „Imagasy“. Dem Publikum wurde eine magische Sphäre heraufbeschworen, die Vorstellung und Phantasie als Ursprung aller Kreativität vereinten. Hochtrabende Worte der Ansager, die die Erwartungshaltung der Protogonisten auf der Bühne noch veredeln sollte.
 

Fulminanter Schlusspunkt

„Sax, Wind and Funk“ bildete den fulminanten Schlusspunkt. Nicht nur dafür spendeten die Zuhörer minutenlang Applaus. Natürlich blieb ein Zugaben-Repertoire nicht aus. Im Stil eines Big-Band-Orchesterleiters sorgte Droll bei „Proud Mary“ für langanhaltende Eindrücke.
Der nicht enden wollende Applaus galt auch dem Jugendblasorchester unter der Leitung von Franz Schindler. Den kreativen Vierteiler begleitete schon nach den ersten Akkorden Bravo-Rufe. Auch die Jungclique musste tönend nachsitzen. Es war alles dabei. Von Modernem bis Traditionsbewusstem, von Klassik bis Popkultur. Die Begeisterung demensprechend groß. Fazit: Der Wintertraum entfachte ein kreatives Feuer.