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Zukunftsprojekt Ortsentwicklung

Bürgermeisterwahl in Merdingen: Amtsinhaber und einziger Kandidat Martin Rupp zu Besuch im WZO-Verlag

Merdingen. Wenn am 23. Januar in Merdingen der Bürgermeister gewählt wird, finden die Bürgerinnen und Bürger nur einen einzigen Kandidaten auf dem Wahlzettel: Amtsinhaber Martin Rupp. So kann der Merdinger Bürgermeister wohl bald in seine zweite Amtszeit starten. Beim Redaktionsbesuch am Dienstag zog Martin Rupp eine Bilanz der letzten acht Jahre verbunden mit einem Ausblick auf die Projekte der Zukunft.

„Die ersten acht Jahre sind schnell vergangen. Jetzt freue ich mich auf eine zweite Amtszeit“, so Martin Rupp im Gespräch mit Redaktionsleiter Frank Rischmüller und Redakteurin Marianne Ambs im WZO-Verlagshaus. Nach seiner Wahl zum Bürgermeister vor acht Jahren – übrigens trotz einiger Mitbewerber im ersten Wahlgang –  sei er schnell in Merdingen angekommen. „Schon bei meiner 100-Tage-Bilanz wusste ich, dass ich mich für eine zweite Amtszeit bewerben will.“ Nach seiner Vereidigung kurz nach der Wahl vor acht Jahren konnte Martin Rupp ein Projekt zu Ende bringen, dass von seinem Amtsvorgänger schon  vorbereitet worden war: Der Bau des Rewe-Marktes am Rande des Gewerbegebietes. „Ich habe nur noch den Elfmeter verwandelt, der Ball lag schon auf dem Elfmeterpunkt“, so Rupp bescheiden. Wie wichtig der Lebensmittelmarkt für Merdingen sei, habe er während des Lockdowns erfahren. „Da habe ich Merdingen wochenlang kaum verlassen, die Grundversorgung war ja  gesichert.“ Zur Infrastruktur gehört für den Amtsinhaber und Kandidaten auch, den Hausarzt, die Apotheke und auch den Bäcker im Dorf zu halten. Und auch die Förderung der Gastronomie  sei ein wichtiger Aspekt. Der Erhalt der dörflichen Struktur, die Förderung des sehr engagierten Vereinslebens und eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde – das sind Zukunftsaufgaben, für die Martin Rupp gemeinsam mit dem Gemeinderat  in den letzten acht Jahren das Fundament geschaffen hat. Etwa mit einem leistungsfähigen Nahwärmenetz für Schule und Kindergarten, das weiter ausgebaut werden soll. „Wir haben ein kleines, autarkes Stromnetz – darauf bin ich stolz“, so Martin Rupp. Die energetische Sanierung des Schulaltbaus – inklusive des Einbaus von Lüftungsgeräten – steht bei der Bilanz des Merdinger Bürgermeisters auf der Habenseite. „Über die Lüftungsgeräte wurde damals diskutiert – in der Pandemie haben wir jetzt vom Einbau profitiert.“ Neben der Weiterentwicklung öffentlicher Gebäude war und ist der Erhalt des historischen Ortskerns eine Mammutaufgabe, für die mit einer Änderung der Ortsbausatzung im vergangenen Jahr enge Schranken gesetzt wurden. 
Die  Eckpunkte für die  weitere Entwicklung  der Tuniberggemeinde sind im Gemeindeentwicklungskonzept „Unser Merdingen“ festgeschrieben, das mit Bürgerbeteiligung entwickelt und Ende 2020 vom Gemeinderat verabschiedet wurde. Neben der Förderung und dem Erhalt der  sozialen Infrastruktur und der Nahversorgung ist auch die Nachhaltigkeit im Gemeindeentwicklungskonzept ein wichtiges Thema. Für eine nachhaltige Gemeinde setzt sich  Martin Rupp  heute noch mehr ein als vor acht Jahren. So ist neben dem Ausbau des Nahwärmenetzes  auch das vielleicht europaweit einzigartige Solartestfeld, das zunächst auf drei Hektar Fläche am Rande des Gewerbegebietes entstehen wird, ein Leuchtturmprojekt, auf das Rupp stolz ist. Die B31 West dagegen, die Martin Rupp am Anfang seiner Amtszeit noch gefordert hatte, sei  nicht mehr zeitgemäß. „Zu teuer, zu aufwendig, zu geringer Nutzen“, so Rupp im Redaktionsgespräch zum geplanten Straßenprojekt vor Merdingens Haustür. „Da habe ich meine Meinung revidiert, damit habe ich auch kein Problem.“ 
Zuerst die Flüchtlingskrise, nun die Corona-Pandemie – als Bürgermeister seien seine Kollegen und er in diesen Zeiten sehr gefordert, so Rupp. Dennoch freue er sich auf eine zweite Amtszeit in Merdingen – wenn er denn gewählt werde. Schwierige Themen, wie zuletzt das kontrovers diskutierte Bikezentrum, könnten ihn nicht schrecken. „Die Förderung von privater Tourismusprojekten ist keine Aufgabe der Daseinsvorsorge. Ich denke, für Merdingen war es wichtig, dass ich hier deutlich Position bezogen habe.“ Marianne Ambs