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Oldtimer ratterten über den heißen Asphalt

Knapp 300 historische Fahrzeuge nahmen an der Jubiläums-Veteranen-Rallye des Motorsport Racing-Teams Freiamt teil

Freiamt/Endingen. Mit einer Veranstaltungsreihe feiert das Motorsport Racing-Team (MSRT) derzeit nachträglich sein 50-jähriges Jubiläum. Nach dem NSU-Treffen vor anderthalb Wochen folgte von Freitag bis Sonntag die Ausrichtung der 19. ADAC-MSRT-Veteranen-Rallye.
 

Höhepunkt dieser zweiten Großveranstaltung war die Ausfahrt am Samstag. Vom MSRT-Gelände in Mußbach aus knatterten 283 historische Fahrzeuge über den Kaiserstuhl und wieder zurück. Da die Tour am Vormittag stattfand, war die Hitze noch gut erträglich. In der historischen Endinger Altstadt legten die Oldtimer einen zweistündigen Zwischenstopp ein. Der gepflasterte Marktplatz und die Wallfahrtskirche bildeten eine wunderbare Kulisse. Hunderte Passanten bestaunten erst die abgestellten Fahrzeuge und bildeten anschließend ein Spalier, durch das die Fahrzeuge hindurchfuhren.

Ob Auto, Bus, Motorrad, Moped, Seitenwagen oder Traktor – am Sprecherstand stellte Veteranenreferent Frank Böcherer jedes einzelne der motorisierten Schätzchen vor. Von den gelb gekleideten ADAC-Engelinnen erhielt die Besatzung ein Präsent. Das älteste Gefährt brachte Frank Brückner aus Rimbach/Hessen mit. Sein „Wanderer Puppchen“ brachte es auf 110 Jahre und stammt damit noch aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Brückner und seine Ehefrau waren im Stil der 20er-Jahre gekleidet und das erste Mal mit dabei. Interessant: die Marke Wanderer ging in der Auto-Union auf und „lieferte“ einer der vier Ringe der heutigen Audi AG.

Eingebettet in die Rallye war eine Wertung. Neben der Firma Milacron in Malterdingen mussten die Fahrer mit ihren Schmuckstücken einen Parcours bewältigen. Siegerin wurde Kim Kehrer aus Freiburg vor Bruno Tornow aus Malterdingen und Brigitte Niekerke aus Bad Iburg. Alle drei Teilnehmer waren auf zwei Rädern unterwegs. Überhaupt bestand das Feld der Veteranen-Rallye zu zwei Dritteln aus Motorrädern. Klaus Lamprecht aus Hardt fuhr die älteste Solomaschine (NSU 2 PS aus 1923). Johannes Götze aus Berlin brachte seine BSA G21 Seitenwagenmaschine von 1921 mit.


Bereits am Freitag war das zweite Jubiläumswochenende mit einer Ausfahrt nach Bötzingen losgegangen. Dort besuchte man das Mineralstoffwerk Hauri. Dabei legte die Karawane in Malterdingen einen Zwischenstopp ein. Zurück im Festzelt warteten abends eine Spritprobe und jede Menge Benzingespräche. Die große Ausfahrt am Samstag war von Hanno Hurth eröffnet worden. Der Landrat gratulierte dem Verein zum 50. Geburtstag, der aufgrund der Corona-Pandemie nun zwei Jahre später gefeiert wurde.


Am Sonntag startete das Programm mit einem Festgottesdienst. Pfarrerin Anne Lepper wurde per Traktor von der Mußbacher Kirche bis zum Festzelt chauffiert. Nach dem Frühschoppen fand eine offene Ausfahrt durch das Elztal statt. Aufgerufen waren alle Halter von Oldtimerfahrzeugen im Landkreis. Aufgrund der starken Hitze kamen lediglich 120 der erwarteten 500 Fahrzeuge. Auch die Zuschauerzahl hielt sich in Grenzen. Das MSRT schätzt, dass es 2.000 Schaulustige weniger waren als üblich.


Mit dem NSU-Treffen und der Veteranen-Rallye sind die ersten beiden der insgesamt vier Jubiläumsveranstaltungen passé. Für den Cheforganisator Alfred Haas, die Vorsitzende Nicole Reifert und die Hunderte von Helfern heißt es jetzt durchatmen. Am 9. Juli geht es weiter mit dem Festbankett für geladene Gäste. Und am 10. Juli lädt das MSRT schließlich zum Verkehrstag „Rund ums KFZ“ auf das Vereinsgelände ein. Vor allem letzteren sollte sich Autointeressierte schon mal vormerken! Daniel Gorzalka