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„Löwentor“ orientiert sich am historischen Vorbild

Firma Unmüßig plant drei große Torbögen, patinierte Fensterbauteile und eine Außenfassade mit erdigen Tönen

Emmendingen. Die Baustelle am Marktplatz ist derzeit das Gesprächsthema „Nummer Eins“ in der Großen Kreisstadt. Dreizehn Jahre nach der Insolvenz des ehemaligen Kaufhaus Krauss rückten in der vergangenen Woche endlich die Bagger an. Die Einkaufsgalerie „Löwentor“ soll die Innenstadt zum Ende des Jahres 2024 bereichern. Das Besondere: Nicht nur der Name der neuen Shopping Mall, sondern auch die attraktive Fassadengestaltung orientieren sich am historischen Vorbild, dem ehemaligen Gasthaus „Löwen“.

Das Traditionsgasthaus in der Theodor-Ludwig-Straße mit Saal und Fremdenzimmern prägte über drei Jahrhunderte das Bild der Innenstadt. Viele Gäste und Besucher Emmendingens gingen dort ein und aus. Anfang der 1970er Jahre musste die beliebte Einkehr, zu der zeitweise auch eine Diskothek mit Namen „Scotchman“ gehörte, dann einem Großprojekt weichen. Das Gebäude wurde abgerissen und an gleicher Stelle entstand der Neubau des Kaufhaus Krauss, das nach dem Umzug von der Markgrafenstraße an den Marktplatz seinen neuen Standort in Emmendingen im Jahre 1974 eröffnete. Ein halbes Jahrhundert später wird in der Theodor-Ludwig-Straße wieder eine neue Ära eingeleitet. Am Montag vergangener Woche begannen die Teilabbrucharbeiten am ehemaligen Kaufhausgebäude. Im Dezember starten die eigentlichen Bauarbeiten für den Umbau und die Erweiterung des Projektes. Die Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2024 geplant. 

Einkaufsgalerie „Löwentor
Der Freiburger Projektentwickler Hans Peter Unmüßig will mit der Einkaufsgalerie „Löwentor“ - einem innerstädtischen Kaufhaus - die Szenerie am Marktplatz bereichern. Auf einer Fläche von rund 6.700 Quadratmetern sollen Läden und Gastronomie auf drei Verkaufsebenen entstehen. Darüber, im zweiten und dritten Obergeschoss, sind 38 moderne Mietwohnungen in verschiedensten Größen geplant. Schon die Visualisierung des Projektes ist beeindruckend.  Zum Hauptmerkmal der Fassadengestaltung werden drei große Torbögen, die sich in einen Hauptbogen und zwei nebenliegende Bögen gliedern. Die neue Putzfassade besteht aus erdigen Farbtönen. Die Farbgestaltung leitet sich aus dem innerstädtisch bestehenden Farbkanon ab. Die Oberflächen und Profile der Fensterbauteile erhalten eine metallische patinierte Beschichtung. Und das Besondere daran: Nicht nur mit dem Namen „Löwentor“, sondern auch mit den großen Torbögen wurde der historische Charakter des ehemaligen Gasthauses „Löwen“ gestalterisch aufgegriffen. Auch seinerzeit zierte ein markanter Torbogen den Eingang des Wirthauses am Marktplatz. Manch einer der älteren Zeitgenossen erinnert sich auch noch an die alte Löwenfigur am Torbogen mit der in Stein gehauenen Jahreszahl und der Hinweistafel daneben, dass hier der Schauplatz von Goethes „Hermann und Dorothea“ zu suchen sei.
Thomas Gaess