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Vorfreude auf ein ereignisreiches Amtsjahr

Lea Tritschler ist die neue Bereichsweiprinzessin Kaiserstuhl-Tuniberg

Bahlingen (vj). Wie ein Lauffeuer hat sich die frohe Botschaft am Freitag auch in der Heimatgemeinde der neu gewählten Weinprinzessin Kaiserstuhl-Tuniberg verbreitet: Lea Tritschler konnte sich bei der Wahl gegen drei Mitbewerberinnen durchsetzen und hat die Regentschaft ihrer Vorgängerin Katrin Schmidt aus Königshaffhausen übernommen. WZO-Mitarbeiter Johannes Vogel sprach mit der 20-Jährigen über kommende Aufgaben, Herausforderungen und Ziele.

Frau Tritschler, haben Sie sich selbst zur Bewerbung entschlossen, oder wurden Sie von Familie, Verwandten oder Bekannten ermutigt?

Welches Mädchen wünscht sich nicht einmal eine Prinzessin zu sein? Der Wunsch zu Kandidatur als Bereichsweinprinzessin kam im Laufe der Zeit, als mir bewusst wurde, wie einzigartig und wichtig unsere Natur und Kultur für das Leben hier am Kaiserstuhl und am Tuniberg ist.

Selbstverständlich hatte und habe ich den Rückhalt meiner Familie und meiner Freunde, welche mich auf dem Weg zur Kandidatur und jetzt im Amt sehr unterstützen. Auch meine Vorgängerin Katrin hat mir sehr geholfen und steht mir bei jeder Frage mit einem offenen Ohr zur Seite.

Was hat die Jury bei der Wahl den alles gefragt?

Um ehrlich zu sein habe ich mir die meisten Fragen vor lauter Aufregung nicht gemerkt. Eine Frage war aber jahrgangstypisch, zum Thema Sonnenbrand bei der Rebe. Witzigerweise war mein Glücksbringer an diesem Tag eine kleine Traube aus meinem eigenen Stück, welche Sonnenbrand hatte.

Freuen Sie sich auf die kommende Weinfestsaison?

Ja, ich freue mich sehr auf die kommenden Feste und den anstehenden Herbst. Ich werde die Gelegenheit nutzen um mit vielen Winzern, bei einem guten Glas Burgunder aus einem unserer Bereiche ins Gespräch zu kommen, um mehr über Ihre Arbeit und Philosophien zu erfahren.

Was verbinden Sie mit der Arbeit in den Reben?

Mit war früh bewusst, dass das Arbeiten in den Reben sehr naturnah ist und dass es auch bedeuten kann, bei schlechtem Wetter raus zu müssen. Seit ich selbst Reben bewirtschafte wird mir allerdings immer bewusster, dass die Winzer nicht nur in der Natur, sondern vor allem im Einklang mit ihr arbeiten. Jedes Winzerjahr ist geprägt von den Einflüssen der Natur, wobei Köpfchen und ein gewisses Maß an Spontanität gefragt ist. Nur so gelingt es Weine mit Spitzenniveau vom Kaiserstuhl und dem Tuniberg zu keltern.

Wie möchten Sie sich einsetzen, um für den Kaiserstühler und den Tuniberger Wein zu werben?

Ich finde es enorm wichtig, Präsenz zu zeigen und mit den Leuten vor Ort ins Gespräch zu kommen. Nur so kann man sein Wissen erweitern um es dann nach außen zu tragen. Um die jüngere Generation vom Thema Wein zu überzeugen habe ich mir vorgenommen, meinen Alltag als Weinprinzessin vermehrt in den Sozialen Medien zu teilen. Vielleicht spornt das sogar die eine oder andere Weininteressierte an, sich im nächsten Jahr auch für das Amt zu bewerben.

Die Jungwinzer nutzen in der Tat verstärkt soziale Medien um Ihre Produkte zu präsentieren.

Das ist richtig. Viele Menschen, auch generationsübergreifend, nutzen das Internet heutzutage, um sich über Produkte und Dienstleitungen zu informieren. Dennoch denke ich, dass kein Einkauf im Internet das Gefühl vermitteln kann, welches es eine Weinprobe in einem Barrique-Keller tut. Aus diesem Grund sehe ich die Online-Entwicklung als tolle Ergänzung zum traditionellen Besuch auf dem Weingut, nicht aber als Ersatz.

Mit Traktorfahrten und Weinverkostungen in historischen Gewölbekellern ist es gelungen, auch weit gereiste Weintouristen für die Region zu begeistern. Was meinen Sie könnte noch den Geschmack des Publikums treffen?

Wein trinken muss mit Erlebnissen und Erinnerungen verbunden werden. Gute Beispiele dafür finde ich das jährlich stattfindende Gipfeltreffen mit Jungweinprobe, bei welchem man bei einem atemberaubenden Blick auf den Totenkopf die Weine des neuen Jahrgangs probieren kann, ebenso wie die jährlich ausverkaufte „Wein-Fass-Bar“. Natürlich gibt es immer Optimierungsbedarf und man sollte immer auf der Suche nach neuen Highlights sein, welche die Gäste beeindrucken können.

Haben Sie in Ihrem bevorstehenden Amtsjahr noch ein bisschen Zeit für private Dinge?

Meine Freunde und die Familie geben mir Rückhalt und haben Verständnis dafür, wenn die Zeit mit ihnen das ein oder andere Mal zu kurz kommt. Ich versuche natürlich alles unter einen Hut zu bringen und die Dinge zu verbinden. Vieler meiner Freundinnen haben sich schon angeboten mich mit meinem Sonnen-Flitzer zu den Terminen zu begleiten. Im Winter wird sich mit Sicherheit auch die ein oder andere Gelegenheit für einen sonnigen Skitag bieten.

Was ist Ihre Wahl, wenn Sie einen edlen Tropfen im Glas haben?

Ich bin, wahrscheinlich geprägt durch meine Heimat, ein absoluter Burgunderfan. Aber auch Sorten wie Gutedel oder Sauvignon Blanc können mich begeistern. Wichtig ist für mich, dass man die Botschaft und die Herkunft jedes Weines auf seine Art und Weise erschmecken kann.