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Stadtteilfest in neuen Dimensionen

68 Akteure, Vereine, Verbände, Gruppen, Einrichtungen, Kirchen und Einzelpersonen laden am Samstag ein

Die Siedlerfeste auf der Emmendinger Bleiche in den Nachkriegsjahren waren legendär und ein bedeutendes, gesellschaftliches Ereignis. Anfang des neuen Jahrtau-sends versuchte der ehemalige Bürgerverein Bürkle-Bleiche die Tradition wieder neu zu beleben. Zwei Feste fanden in der Lessingstraße statt und dann wurde es ruhig. Nun hat sich die Stadt auf die Fahnen geschrieben, den größten Stadtteil Emmendingens mit über 9.000 Einwohnern in all seiner Vielfalt und in neuem Licht zu präsentieren. Das Stadtteilfest am 14. September zeigt sich in neuen Dimensionen, soll einen identitätsstiftenden Charakter entwickeln und noch lange nachwirken.      

„Diese Veranstaltung liegt mir ganz besonders am Herzen“, erinnerte OB Stefan Schlatterer, als ehemaliger „Bleiche-Indianer“ selbst im Stadtteil aufgewachsen, beim Pressegespräch an die legendären Siedlerfeste, die ein Pflichtprogramm für alle Stadträte waren. „Das Lammstraßenfest kam erst an zweiter Stelle.“ Seither habe sich vieles im Bürkle-Bleiche verändert, der Stadtteil sei gewachsen und die alten Strukturen gebe es nicht mehr. „Dass der städtische Fachbereich ‘Familie, Kultur, Stadtmarketing‘ Feste organisieren kann, steht außer Frage. Doch das Stadtteilfest soll langfristig etabliert werden, dass ist eine neue Herausforderung“, so der OB. Der Grundstein für das Miteinander im Stadtteil sei durch das Familienzentrum gelegt worden. Das Hauptziel des Festes sei die neu entstandenen Strukturen, Kontakte und Beziehungen vor Ort zu festigen. „Das Fest soll nachklingen“, so Schlatterer. 

Feier-Gen ist noch vorhanden

„Das Feier-Gen bei den Menschen im Stadtteil ist zweifellos noch vorhanden“, verwies Hauptorganisatorin Sonja Schneider, Leiterin des Familienzentrums Bürkle-Bleiche, auf die lange Vorbereitungszeit. Im April letzten Jahres fand das erste Treffen mit den ansässigen Vereinen statt. „Unser Ziel war die Leute möglichst lange am Ball zu halten“, ließ sie die Entstehungsgeschichte der Veranstaltung  Revue passieren. Nach und nach seien immer mehr Akteure dazugekommen. Das Fest habe sich auch räumlich Schritt für Schritt weiterentwickelt. „Wir wollen die Vernetzung im Bürkle-Bleiche vorantreiben, die Vereine sollen sich besser untereinander kennenlernen und die Be-wohner sollen erleben, was in ihrem Stadtteil alles geboten wird. Der Stadtteil hat zweifellos eine eigene Identität“, hielt Schneider fest.

Schaufenster des Stadtteils 

68 unterschiedliche Akteure, Vereine, Zünfte, Verbände, Schulen, Einrichtungen, Einzelpersonen und nicht zuletzt die Stadtverwaltung mit zehn eigenen Angeboten, werden beim Fest an 53 Ständen, die bunte Vielfalt  des Stadtteils in der Lessingstraße, auf dem Schulhof der Grundschule, rund um das Stadtteil- und Familienzentrum sowie auf dem Schulsportplatz präsentieren. Auf den drei Bühnen (Lessingstraße, Pausenhof Grundschule, Familienzentrum) lockt ein breit gefächertes kulturelles Angebot, Musik, Tanz, Gesang, Interviews und vieles mehr. Auch kulinarisch werden die Besucher in vielfältiger Art und Weise verwöhnt. 18 Teilnehmer bieten in der Lessingstraße von 18 bis 22 Uhr  ein leckeres Speiseangebot an, das von Schaschlik, über Grillspezialitäten, Gulasch und Geschnetzeltem, bis hin zu Crêpes, Waffeln, Apfelküchle, Hot-Dogs sowie türki-schen und russischen Spezialitäten reicht. Für den Durst gibt’s frisch gezapftes Bier vom Fass, Wein, Sekt, Bowle, alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Saftcocktails, Kaffee, Tee oder heiße Schokolade. „Wir wollen am Samstag miteinander feiern, essen, trinken und Spaß haben“, so Sonja Schneider. 

Stadt und Vereine bringen sich vielfältig ein 

Christiane Grund informierte zum Angebot der Stadtbibliothek. „Zum Vorlesen werden wir unseren roten Vorlesesessel mitbringen“, so die Büchereileiterin. Die Kinder können am Stand zudem aus alten Büchern originelle Notizbücher basteln. „Für mich ist es wichtig, dass wir unsere Einrichtung auch mal in der Öffentlichkeit präsentieren können“, so Grund. „Zuerst habe ich nur an zwei Schüsseln Teig für Waffeln gedacht. Doch dann hat sich die Veranstaltung ständig weiterentwickelt“, reflektiert Tanja Jäger, Vorsitzende des Fördervereins der Fritz-Boehle-Grund- und Werkre-alschule, die kurzweiligen Treffen und die gemeinsame Freude beim Vorbereiten des Festes. Jeder trage seinen Teil dazu bei und genau das mache den besonderen Charakter und Charme des Stadtteilfestes aus. Beim Förderverein der Boehle-Schulen gibt’s Crêpes, Bowle, Kinderbowle und Sekt. „Wir wollen beim Fest unsere Zunft präsentieren und kräftig die Werbetrommel rühren“, betont Yvonne Riesle, Schriftführerin der Schwarzloch-Häxe, die an ihrem Stand mit Käsewürfeln, Schmalzbroten und alkoholfreien Getränken verwöhnen. Am Weinbrunnen der Zunft nebenan gibt’s edle Tröpfchen. Sylvia Fall, Ehrenamtsbeauftragte der Stadt, informierte zum „Ehrenamtsdorf“ in dem sich 17 Aussteller und Organisationen gemeinsam präsentieren. „Bei uns stehen das Gespräch und die Begegnung im Vordergrund. Hier kann man das Ehrenamt anschaulich erleben“, verweist sie auf eine Vielfalt an Möglichkeiten, sich einzubringen. „Wir haben Angebote für jedes Interesse und jedes Zeitbudget, so Fall.  

Kinder- und Bühnenprogramm, Feuerwerk 

Um 13 Uhr wird das Fest von OB Schlatterer und den Organisatoren auf der Bühne in der Les-singstraße eröffnet. Unmittelbar danach (13.30 bis 18 Uhr) lockt in der Lessingstraße, auf dem Gelände des Schulsportplatzes und auf dem Schulhof der Grundschule ein großes Kinderprogramm mit verschiedensten Spielen und Mitmachaktionen (u.a. Luftballonaktion, russische Stoff-puppen basteln, Gestaltung „Froschbrunnen“, Papiertüten-Up-Cycling, Überraschungsschleuder, Kinderschminken, Glücksrad, Fotobox, Heißer Draht). Von 18 bis 22 Uhr wird in der Lessingstraße bewirtet. Auf den drei Bühnen (Lessingstraße, Pausenhof Grundschule, Familienzentrum) begeistert ab 13.30 Uhr ein buntes kulturelles Programm. Mit dabei der Fanfarenzug „Hachberger Herolde“, verschiedenste Tanzgruppen, das 1. Akkordeon-Orchester, die Stadtmusik, die Sterne Kosovas, Bands der Musikschule, Franky Arkady, die Akteure des Schulprojekts „Abenteuer Künste, die Band „ACA-coustic“, der Türkisch-Islamische Kulturverein, der Boehle-Schulchor, ein Gespräch mit Zeitzeugen und mehr. Mit dem Feuerwerk der Hobbygärtner um 22 Uhr wird das Fest dann gemütlich ausklingen. Das Festende ist für 23 Uhr vorgesehen.