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„Wo Menschen der Kirche ein Gesicht geben“

Im März werden im hiesigen katholischen Dekanat die Pfarrgemeinderäte neu gewählt

Das katholische Dekanat Endingen-Waldkirch besteht aus neun Kirchengemeinden. Sie verteilen sich über den ganzen Landkreis Emmendingen sowie die Orte Glottertal und Heuweiler. Alle fünf Jahre werden dort die Pfarrgemeinderäte neu gewählt. Am 22. März ist es wieder soweit.

Der Pfarrgemeinderat ist das Parlament einer Kirchengemeinde. Er besteht aus den gewählten Mitgliedern sowie dem dort tätigen Pfarrer. Das Gremium leitet die Kirchgemeinde, koordiniert und gestaltet das Leben dort, entscheidet über den Haushalt, legt die pastoralen Ziele und Schwerpunkte fest, wählt den Stiftungsrat und beruft die vor Ort wirkenden Gemeindeteams. Auch arbeiten die Mitglieder in den jeweiligen Gemeindeteams aktiv mit. Etwa alle vier bis sechs Wochen finden Sitzungen statt.

Am 22. März werden im ganzen Erzbistum Freiburg die Pfarrgemeinde neu gewählt. Auch im Dekanat Endingen-Waldkirch werden die 60.000 Katholiken, die über 16 Jahre alt sind, zur Urne gebeten. Abgestimmt wird über die neue Zusammensetzung der Pfarrgemeinderäte in den Seelsorgeeinheiten Waldkirch (24 Sitze), An der Glotter (20), Nördlicher Kaiserstuhl (20), Herbolzheim-Rheinhausen (18), Oberes Elztal (16), Mittleres Elz- und Simonswäldertal (15), Emmendingen-Teningen (15), Kenzingen (14) und Am Litzelberg (12).

Schon heute, also zweieinhalb Monate vor der Abstimmung, macht die katholische Kirche auf die Wahl aufmerksam. Gemeinsam mit Vertretern der neun Kirchengemeinden lud Dekan Dr. Stefan Meisert am letzten Freitag zu einem Pressegespräch nach Emmendingen ein. „In den nächsten fünf Jahren stehen im Rahmen des ‚Kirchenentwicklungsprozesses 2030‘ wichtige Entscheidungen an, die unsere Kirchgemeinden unmittelbar betreffen“, hob der Theologe die Bedeutung der Abstimmung hervor. Daher sei es „wichtig, dass unsere mitbestimmenden Gremien gut aufgestellt sind“.

Erreicht werden soll zum einen eine höhere Wahlbeteiligung. Bei der letzten Abstimmung vor fünf Jahren lag diese im Dekanat bei 20,9 Prozent. Damit lag man immerhin über dem Durchschnitt in der Erzdiözese Freiburg (18 Prozent). Dr. Stefan Meisert sieht dennoch Steigerungspotenzial. Vor allem die jungen Menschen sollen aktiviert werden. Neben der Präsenzwahl und der Briefwahl wird daher erstmals eine Online-Wahl angeboten. „Bis zum 20. Januar werden die Wahlbenachrichtigungen verschickt – dort findet man die Zugangsdaten und eine genaue Beschreibung, wie man über das Internet abstimmen kann“, so der Dekan.

Zum anderen werden in einigen der Kirchengemeinden noch Kandidaten gesucht. Beim Pressegespräch am Freitag waren auch amtierende Pfarrgemeinderäte mit von der Partie. Sie erzählten begeistert von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. „Im Rat gestalten wir das Leben in den Gemeinden aktiv mit“, sagte Michaele Kortlüke aus Bahlingen. „Man beschäftigt sich mit Dingen, die vor Ort passieren, und hat trotzdem das Große im Blick“, berichtete Heidi Gagalick aus Oberprechtal. „Spannend wird sein, wie es uns gelingen wird, die Substrukturen mit den neuen großen Einheiten in Einklang zu bringen“, sprach Tobias Katona, Dekanatsleiter Emmendingen-Teningen, die aktuellen Diskussionen an. Für Michael Spielmann, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats in Waldkirch, sei das Gremium auch eine „politische Kraft, die bis in die Gesellschaft hineinwirkt“. 

Ebenfalls beim Pressegespräch mit dabei war Andreas Härtel. Der Denzlinger arbeitet seit drei Jahren im dort ansässigen Gemeindeteam. Nun kandidiert er für den Pfarrgemeinderat. „Die konzeptionelle Arbeit macht mir viel Spaß – ich denke, man kann auch auf der Ebene der Kirchgemeinde viel verbessern“, sagte er. Bis zum 26. Januar können noch Kandidaten für den Pfarrgemeinderat vorgeschlagen werden. Diese müssen katholisch und mindestens 18 Jahre alt sein. „Kirche wird immer dort leben, wo Menschen der Kirche ein Gesicht geben“, so Dr. Stefan Meisert.