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Faszinierende musikalische Reise rund um den Globus

Traditionelles Dreikönigskonzert der Musikkapelle Kollnau

Walkirch-Kollnau (ght). Nach intensiven Proben, darunter auch an einigen Wochenenden, begeisterten die Musikerinnen und Musiker der Musikkapelle Kollnau mit einem fulminanten Dreikönigskonzert am vergangenen Samstagabend in der Festhalle Kollnau ihr Publikum.

Aufmerksame Beobachter in der voll besetzten Halle, darunter Ortsvorsteherin Gabriele Schindler und Ortschaftsräte, erahnten es schon anhand des außergewöhnlichen Hallenschmucks mit zahlreichen Freiluftballons sowie einer Kofferansammlung vor der Bühne und dem großflächigen Gemälde von Marcellus Erhardt, dass den australischen Ayers Rock mit Ballon zeigte: Hier ist eine weitreichende Reise vorgesehen. Und in der Tat! Das Publikum war eingeladen zu der musikalischen  Reise „In 80 Minuten um die Welt“! Hierzu begrüßte Vorsitzender Alexander Wehrle unter anderem den Ehrenvorsitzenden Ernst Baier, die Ehrenmitglieder sowie die ehemaligen Dirigenten Alois Huber und Otfried Weiss. Und so starteten die Musikerinnen und Musiker in ihren nagelneuen und optisch sehr gelungen Uniformen mit ihrem Reiseleiter – Verzeihung – Dirigenten Michael Schätzle durch zu neuen musikalischen Abenteuern.

Das Moderatorenteam, bestehend aus Jana Burger, Jule Lehmann und Patrick Huber, freute sich, das Publikum zur Musik des 1956 erschienen amerikanischen Films „In 80 Tagen um die Welt“ einladen zu können. Der musikalisch stimmungsvolle Auftakt ließ das Reisefieber auf das Publikum überspringen und schon befand man sich in den verschiedensten Ländern der Erde, entsprechend ihren typischen Musiken mal sanft, mal stimmungsvoll! Nicht weniger faszinierend die Komposition „Return to Ithaca“ des Niederländers Kees Vlak, der die Musikfreunde in das antike Griechenland entführte. Und es war nicht weit davon entfernt, dass sich das Publikum bei sirtakiähnlichen Klängen zum Tanz zusammengefunden hätte. Ein kräftiger Wind blies die Heißluftballons dann auf den weit entfernten Kontinent Australien, wie es auch das übergroße Gemälde an der Hallenwand deutlich machte. Fremdländische und ursprüngliche Klänge der Aborigines, den Ureinwohnern Australiens, gespielt von Benedikt Kienast und Adrian Kaltenbach auf den Didgeridoos, begeisterten das Ohr der Zuhörerinnen und Zuhörer einmal mehr. Der Beifall machte dies mehr als deutlich. Aus dem „Outback“, so auch der Name des Titels, zurück, fand man sich Dank der niederländischen Komponistin Suzanne Welters mit dem Titel „Lokum“  in der arabischen Wüste ein. Die Kamele fanden den Weg zur Oase, aber ein weiterer heißer Programmpunkt wartete auf das Publikum!

Seit 50 Jahren dabei

Michael Moser, der Vizepräsident des Oberbadischen Blasmusikverbandes, freute sich, zusammen mit Alexander Wehrle den Mann an der Tuba in der Kapelle, Clemens Maier, für 50jährige Mitgliedschaft zu ehren. Hierzu überreichte Moser dem Geehrten die Urkunde und die „Große Goldene Ehrennadel“ des Bundes Deutscher Blasmusikverbände. Er gratulierte Maier zu 50 Jahren als aktiven Musiker und als Vereinsmitglied. Aufgrund der Jugendarbeit der Kapelle sieht Moser die Beständigkeit der Kapelle, nicht zuletzt auch deswegen, weil Maier es vorlebt. Wehrle ergänzte: „Du bist bei uns nicht wegzudenken, Du lebst den Verein!“ Ferner lobte er Maiers ausgezeichnetes Organisationstalent und seinen immer fortwährenden Humor. Auch die Kapelle bedankte sich mit einer eigenen Urkunde für das Engagement des Jubilars und spielte eigens ihm zu Ehren den „Marsch aus St. Petersburg“.

Kollnauer hatten es drauf

Die musikalische Reise führte mit dem mit asiatisch traditionellen Elementen versehenen Marsch „Bou-Shu“ nach Japan und von dort weiter nach Kuba. Mal verführerischer Walzer, mal südamerikanisches Temperament, die Musikkapelle Kollnau wusste mit „Danzas Cubanas“ immer das richtige „Feeling“ an das Publikum weiterzugeben. Nicht anders bei dem in Iowa, USA, geborenen Jazzposaunisten Alton Glenn Miller. Dem Musiker und Bandleader wurde im Medley „Miller Magic“ gedacht. Und schon fühlte man bei warmer und satt klingender Bigbandmusik in die 30ziger und 40ziger Jahre zurückversetzt. Unvergessen auch seine Rundfunksendungen mit der „American Band of the Allied Expeditionary Force“ in deutscher Sprache für deutsche Soldaten im Weltkrieg. Leider setzte eben dieser Weltkrieg Millers Leben ein bislang ungeklärtes Ende. An diesem Abend aber wiederbelebt durch Solos von Urban Dettinger an der Trompete und Alexander Wehrle an der Posaune. Dann auf der großen Reise der Wechsel von den USA nach Groß Britannien. Hier war es die „Rolling Stones Fantasy“, die trotz fehlenden Gitarrenriffs von Keith Richards durchaus überzeugte. Und insgeheim sang jeder „Satisfaction“ oder „Angie“ mit! Mit „Jambo Africa“, bei dem sogar Vuvuzelas zum Einsatz kamen, endete das überragende und musikalisch vielseitige Konzert. Der anhaltende Beifall zwang die Kapelle zu gern gegebenen Zugaben. So erklang es zackig und amerikanisch mit dem Marsch „Stars and Stripes forever“ oder in Deutsch „Unter dem Sternenbanner“. Und plötzlich wandelte sich die Kapelle bei „The Lions Sleeps Tonight“ in einen professionellen Chor, bis dann dazu die Musik einsetzte.

Im kommenden Jahr Jubiläum

Mit Freude verwies Alexander Wehrle auf die im kommenden Jahr anstehenden großen Feierlichkeiten zu 150 Jahre der Musikkapelle Kollnau hin. Hierzu wird es neben zahlreichen Veranstaltungen einen ganz speziellen „Kollnauer Musikkalender“ geben, frohlockte er zum Schluss des mehr als kurzweiligen Abends.