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Am Feuer ins Gespräch gekommen

Drittes Mahnfeuer bei der Fohberghütte in Bahlingen

Zum dritten Mal entzündeten die Bahlinger Winzer und Landwirte am Samstagabend ein Mahnfeuer an der Fohberghütte. Zum ersten Mal gab einen Shuttle-Dienst mit Traktor und Anhänger vom Friedensplatz aus zur Hütte. Ein Angebot, das viele Besucher gerne annahmen.

Bei der Winzerhütte sorgten die Veranstalter für die Verpflegung. Winzerin und Gemeinderätin Marion Boos übernahm unter anderem den Ausschank von Glühwein. Auch die Bahlinger Landfrauen unterstützten den Abend. Die Resonanz war hervorragend: Nahezu 100 Teilnehmer waren beim Mahnfeuer anwesend - so viele wie noch nie.

Ralf Sommer gab nochmals Auskünfte über die Beweggründe der Initiatoren. Der harte Kern wären etwa 40 bis 50 Personen, erklärte er. Die Mahnfeuer, die jeweils am ersten Samstag des Monats nicht nur in Bahlingen, sondern an Orten rund um den Kaiserstuhl entzündet werden, wolle man dafür als Gesprächs-Plattform nutzen, um mit den  Verbrauchern ins Gespräch zu kommen und über die Produktionsweisen und Herausforderungen der Landwirte zu informieren.

Gemeinsames Ziel sei es, für den Volksantrag „Gemeinsam unsere Umwelt schützen in Baden-Württemberg“ Unterschriften zu sammeln. Dieser setze, so Sommer, nicht wie „Pro Biene“ auf Einschränkungen und Verbote, sondern zeige klare Lösungsansätze auf. Boos und seinen Mitstreitern sei es ein Anliegen, die Themen fachlich fundiert zu beleuchten. Man wolle nicht von „ideologischen Pauschalforderungen“ getrieben werden und alle Faktoren zum Thema Artenschutz einbeziehen. Winzer, Bauern, Verbraucher und Handel müssten dabei ihren Beitrag mitleisten, forderte Boos.

Die Organisatoren der Mahnfeuer kämpfen für den „Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft am Kaiserstuhl“. Denn die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte müssten nicht nur in der Region viele Probleme bewältigen. Pilzkrankheiten und Schädlinge hätten das Potenzial, ganze Ernten zu vernichten. Eine unüberlegte Reduktion von Pflanzenschutzmitteln führe deshalb nach Meinung der Initiative zwangsläufig zu Missernten und gefährde die Existenz der Betriebe. Eine Umstellung auf eine ökologische Produktionsweise brauche Zeit und sei auch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Der Preisdruck am Markt sei enorm, vor allem durch Lebensmittelimporte aus dem Ausland, wo bei der Produktion nicht die hohen Standards wie in Deutschland gelten. Die Europäische Agrarpolitik stütze dabei keineswegs die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die jedoch von Politik und Gesellschaft immer wieder eingefordert werde, so Sommer.