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Ein neuer Lebensmittelmarkt fürs Städtli

Dirk Schwörer übernimmt als neuer Betreiber die Räumlichkeiten in der Ritterstraße

Seit dem 30. Januar ist es amtlich: Dirk Schwörer wird als neuer Betreiber mit einem Lebensmittelmarkt in die Räume des ehemaligen Treff-Marktes in der Ritterstraße einziehen. Mit dem neuen Markt will der Einzelhändler mit einem klaren Bekenntnis zu „seinem Städtli“ die Nahversorgung sichern und den Einzelhandel in der Innenstadt stärken.

Beim Pressegespräch am Donnerstagvormittag blickte man reihum in zufriedene Gesichter. Alle Anwesenden waren froh, mit der neuen Partnerschaft von Dirk Schwörer und dem Gebäudeeigner, der Maximilian Kehl GmbH, positive Zukunftsaussichten zu haben. Maik Disch, Leiter des Immobilienprojektmanagements bei Kehl, beschrieb noch einmal die Entwicklungen der vergangenen Monate, von der überraschenden Kündigung des Mietverhältnisses durch den EDEKA-Konzern über die Schließung des Treff-Marktes bis zur intensiven Findungsphase in den letzten Wochen. „Dirk Schwörer war der Erste, der Interesse an den Räumlichkeiten bei uns bekundet hat“, erinnert er sich, einige weitere Interessenten seien hinzugekommen.

„Uns war nicht nur eine für uns wirtschaftlich gute Lösung wichtig, sondern auch eine gute Lösung für die Menschen in der Stadt“, erklärte Disch. Nicht zuletzt Schwörers Bindung zur Stadt Endingen, für die er sich über die G&H vielfältig engagiert, sei deshalb letztendlich ausschlaggebend gewesen. „Sehr sportlich, aber konstruktiv und mit engem Zeitplan“ waren die abschließenden Verhandlungen zwischen den Vertragsparteien, betonte Disch. „Wir haben uns beide nichts geschenkt, sind aber zu einer guten Lösung gekommen“, formulierte es Dirk Schwörer. Mit dem in Endingen fest verwurzelten Kaufmann schließt sich im Ladengeschäft in der Ritterstraße ein kleiner Kreis. „Am 1.4.1997 hatte in diesen Räumen meine Selbstständigkeit ihre Geburtsstätte“, erzählt Schwörer. Dass er nun mit der Eröffnung eines neuen Lebensmittelmarktes hier wieder anknüpfen könne, freue ihn sehr. „Der Markt ist zwar nicht unbedingt ein Liebhaberprojekt“, meinte Schwörer, denn es sei für Betreiber nicht einfach in dieser Lage. Aber als Nahversorger habe der Markt eine zentrale Rolle in der Innenstadt.

Dem pflichtete auch Sebastian Wagner bei, der stellvertretend für die G&H anwesend war. „In anderen Gemeinden sieht man, wie die Innenstädte ausbluten, wenn solche Angebote verloren gehen“, so Wagner. Deshalb waren G&H-Vorsitzender Ingo Fuchs und Bürgermeister Metz als Wirtschaftsförderer aktiv mit beiden Parteien im Gespräch. Denn ein Lebensmittelmarkt bringe Frequenz mit in die Stadt - Frequenz bringe Kommunikation und Qualität in die City. Dirk Schwörer habe die auch bisher als Nicht-Anlieger schon immer unterstützt. Eine bessere Lösung für den Markt habe man sich deshalb nicht wünschen können, „und natürlich freue ich mich auch als direkter Nachbar, dass meine Familie hier bald wieder einkaufen gehen kann!“, freute sich Sebastian Wagner. Auch Bürgermeister Tobias Metz zeigte sich erleichtert. „Hier selbstständig ein neues Projekt anzugehen, mit vollem Eigenrisiko, das erfordert Mut“, lobte er Schwörer, insbesondere da die EDEKA den Markt aufgrund schlechter Prognosen in der Standortanalyse als nicht zukunftsfähig deklariert und deshalb geschlossen hatte.

Der Mietvertrag ist unterschrieben, doch wie geht es jetzt weiter in den Räumlichkeiten in der Ritterstraße? Zunächst steht eine intensive Planungsphase an. „Wir werden die Räumlichkeiten massiv umbauen“, erklärte Schwörer. Am Ende der Bauarbeiten soll eine Verkaufsfläche von etwa 500 Quadratmetern mit einem komplett neuen Layout. entstehen. Das Konzept werde speziell auf die Innenstadtlage zugeschnitten. So werde es zwar keine Bedientheke mit Fleisch und Wurst mehr geben, aber trotzdem wesentlich mehr Frischeprodukte. Insgesamt soll das Sortiment 8.000 Artikel umfassen. Bedenkt man, dass es im ehemaligen Treff etwa 3.000 Artikel waren, ist das eine ordentliche Ansage. Welchen Namen der Markt tragen wird, das steht noch aus. „Da der Markt außerhalb der vorhandenen EDEKA-Schiene läuft, müssen wir uns dazu noch in Ruhe Gedanken machen“, so der künftige Betreiber. Ihm bleibt dafür auch noch ein bisschen Zeit. Denn die Umsetzung der Bauarbeiten wird eine Weile dauern. „Das hängt von verschiedenen Faktoren ab; Planungsleitungen, Genehmigungen, die Verfügbarkeit von Handwerkern und Lieferzeiten sind nur einige“, erklärt Schwörer. Die Eröffnung hat er aber noch für dieses Jahr anvisiert: „Wir hoffen, dass es Ende des Dritten, Anfang des vierten Quartals soweit sein wird.“