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Alarmstufe Rot bei den Veranstaltern

Bundesweite Aktion „Night of Light“: Auch Kultur- und Bürgerhaus war am Montag rot beleuchtet

Denzlingen (hg). In ungewohnt dominierendem Rotlicht zeigte sich das Denzlinger Kultur- und Bürgerhaus am Montag dieser Woche ab 22 Uhr. Geschäftsführer Thomas Hörnisch und sein KuB-Team beteiligte sich an einer bundesweiten Aktion unter dem Titel „Night of Light“, um dadurch den Appell und Hilferuf an die Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft zu unterstreichen.

Für VHzH sprach Helmut Gall gegen 22.30 Uhr am See des KuB mit Thomas Hörnisch, der mit einem Mitarbeiter gerade bei der Arbeit war. In vielen Städten und Kommunen des Landes und bundesweit wurden an diesem Abend ungezählte öffentliche Gebäude angestrahlt, um damit auf einen unübersehbaren Notstand aufmerksam zu machen. Denn seit dem 10. März dieses Jahres ist einem kompletten Wirtschaftszweig faktisch die Arbeitsgrundlage entzogen, wie auch in dieser Zeitung bereits vor Wochen nach einem längeren Interview mit Geschäftsführer Thomas Hörnisch berichtet wurde.

Von etlichen Großveranstaltern sind Appelle zu vernehmen, die durchaus ernst gemeint sind, nämlich „Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht!“ Der Grund dafür ist weithin bekannt, und dies trotz mancher „Lockerungen“, die sich allerdings wie ein Gang auf sehr dünnem Eis zeigen, wie insbesondere auch jüngste Ereignisse in einem Großbetrieb der Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen bestätigen.

Hierzulande sind aufgrund der COVID-19 Krise nach wie vor jegliche Art von Großveranstaltungen untersagt. Alle Events größerer Art, wovon gerade ein Haus wie das KuB lebt, nämlich Tagungen, Kongresse, Konzerte, Festivals oder Theateraufführungen können aus Sicherheitsgründen noch für unbestimmte Zeit nicht genehmigt werden. Überall dort, wo Menschen zusammenkommen, um gemeinsam Darbietungen zu erleben oder sich zu relevanten Themen auszutauschen, dürfen Veranstaltungen nur unter umfangreichen, behördlichen Auflagen durchgeführt werden.

Notwendige strenge Hygiene-Vorschriften führen allerdings dazu, dass größere Veranstaltungen zurzeit nicht mehr wirtschaftlich durchführbar sind. So stehe „die Veranstaltungswirtschaft ... auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branchen“, wie in einer Erklärung zu lesen ist.

Daher wird seitens der Betroffenen „echte Hilfe anstelle von Kredit-Programmen“ benötigt. Gefordert wird ein „Branchendialog mit der Politik“, auch mit der Kommunalpolitik, um gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden. Die Rotlicht-Installation am und im Kultur- und Bürgerhaus wurde mit Unterstützung durch „Mammagamma“ ermöglicht, wie Thomas Hörnisch dankend erwähnte.