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Der Zienkener Baggersee wird wegen Corona gesperrt

Stadtverwaltung erlässt ein Betretungsverbot für das Gelände des Baggersees vom 1. August bis 31. Oktober 

Neuenburg.  Ein Paukenschlag: Die Stadt Neuenburg wird mit einer Allgemeinverfügung ein Betretungs- und Badeverbot für den Zienkener Baggersee erlassen. Dies kündigte Bürgermeister Joachim Schuster in der Gemeinderatssitzung am Montag an. Anlass ist die wachsende Gefahr einer zweiten Corona-Welle, da die Besucher dicht an dicht am Seeufer liegen und die Abstandsgebote missachten.  

Anlass war die Frage eines Bürgers aus Zienken, der die chaotischen Parkverhältnisse im Ort beklagte. Er wollte vom Bürgermeister wissen, was die Stadt an konkreten Maßnahmen plane, um die Parkplatzsituation zu entschärfen. Unter anderem fragte er auch, ob man nicht direkt am See Parkplätze einrichten könne. „Bei denen, die vorschriftsmäßig parken, können und wollen wir nichts machen“, entgegnete Bürgermeister Joachim Schuster. Bei den anderen sei es auch Sache der Anwohner, die Anzeige erstatten sollten, wenn beispielsweise ihre Einfahrt zugeparkt werde. 

Polizei und Ordnungsamt hätten kontrolliert und auch schon abschleppen lassen, ergänzte der Rathauschef. „Das Problem ist der Baggersee. Wir überlegen den Baggersee zu sperren, weil wir eine zweite Corona-Welle erwarten“, sagte Schuster und betonte: „Was an den Seen in Baden-Württemberg abläuft, ist nicht mit der Corona-Verordnung vereinbar.“ „Wir haben versucht, das über einen längeren Zeitraum im Guten zu regeln“, sagte der Bürgermeister auch vor dem Hintergrund der coronabedingten Besucherbeschränkungen in Schwimmbädern. „Das hat nicht funktioniert und wir werden die nächste Stufe nehmen müssen. Mit der Sperrung des Sees lässt das Interesse hoffentlich nach.“ Die Stadt werde eine Allgemeinverfügung erlassen und ein Betretungsverbot für den Zeitraum vom 1. August bis 31. Oktober erlassen. Das Baden sei ohnehin bereits durch eine Polizeiverordnung verboten. Das Parken am See sei nicht zulässig, weil das ganze Areal in einem europäischen Naturschutzgebiet („Natura 2000“) liege, erläuterte Schuster auf die Frage, warum die Besucher nicht einfach am See parken könnten.  (anl)