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Zukunft für Rheinfelder Krankenhaus gesichert

Geriatrie von Lörrach wird nach Rheinfelden verlegt / 104 Betten stehen dort zur Verfügung

Rheinfelden. Das Krankenhaus bleibt erhalten. Wie Bernhard Hoch, medizinischer Geschäftsführer der Kliniken, mitteilte, kann der Gesamtbedarf zur Krankenhausversorgung im Kreis Lörrach nur mit dem voll funktionstüchtigen Standort Rheinfelden erfüllt werden.

Wegen der Corona-Einschränkungen wurden seit März etliche Leistungsbereiche herunter gefahren und wegen des Infektionsschutzes nach Lörrach verlagert. Jetzt werden alle Bereiche wieder auf ihre volle Leistungsfähigkeit ausgedehnt. Insgesamt stehen in Rheinfelden 104 Betten zur Verfügung. Von Vorteil wird es sein, dass künftig nur noch zwei Patienten in einem Zimmer untergebracht werden. Für den Bereich der inneren Medizin stehen alle erforderlichen Diagnosegeräte zur Verfügung, auf den beiden Stationen Salmegg und Rheintal können insgesamt 60 Patienten behandelt werden. Chefarzt Udo Schwehr erläuterte, dass vorwiegend nicht-invasive Kardiologie und Gastrologie ausgebaut werden. Ebenso werden künftig wieder mehr Rheumapatienten behandelt. Gerade bei der inneren Medizin besteht ein enges Netzwerk mit niedergelassenen Ärzten, so dass sich Krankenhaus und Arztpraxen in der Region ergänzen. Für den Bereich Orthopädie erklärte Christoph Haagen, interimistischer Chefarzt, dass nunmehr die wegen der Corona-Gefahr nach Lörrach ausgelagerte Operationen nach Rheinfelden zurückgeholt werden. So erfolgen künftig hier wieder Gelenk-Ersatz-Operationen. Derzeit ist noch hoher logistischer Aufwand erforderlich, um für Operationen die technische Absicherung zu gewährleisten, weil vor einigen Monaten auch etliche Geräte mit nach Lörrach abgegeben wurden. Vorgesehen sind zunächst zwei Operationstage pro Woche in Rheinfelden. Neu angesiedelt wurde die geriatrische Abteilung, sie wird in absehbarer Zeit 35 stationäre Plätze umfassen. Die Auslagerung von Lörrach nach Rheinfelden erfolgte, weil so die Platzverhältnisse optimal ausgenutzt werden könne. Albrecht Kühnle, Chefarzt der Akutgeriatrie, hob hervor, dass altere Patienten, die beispielsweise nach einem Unfall chirurgisch behandelt werden, mehr Zeit benötigen, um wieder Alltagssicherheit zu erlangen, deshalb werden generell 14 Tage Aufenthalt vorgesehen. Hier soll prothetische Maximalversorgung erreicht werden, allerdings kann keine Rehabilitationsgeriatrie erfolgen. Wegen der Häufigkeit von Stürzen bei älteren Patienten dominiert dabei das Mobilitätstraining. Schließlich besteht für diese Patientengruppe außerdem erhöhter Bedarf an sozialer Betreuung, sei es nun durch Kontaktfindung oder auch durch unmittelbare Vermittlung von Weiterbehandlung. Rolf Reißmann