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Gemeinsam Großartiges geleistet

Zweiter Hilfskonvoi in Kroatien angekommen - Spendenkonto zur Kostendeckung und für den Wiederaufbau

Großes Kino leisteten die Feuerwehren des Kreisfeuerwehrverbands Emmendingen zusammen mit den Kollegen des Kreisfeuerwehrverbands Breisgau-Hochschwarzwald in den vergangenen Tagen. Mit viel Manpower und Organisationsaufwand kam auch der zweite Hilfskonvoi für die Erdbeben-geschädigte Region Banja in Kroatien an. 

Kaum waren die LKW des ersten Konvois der Aktion über den Jahreswechsel wieder zurück (wir berichteten), liefen die Vorbereitungen für die zweite Fahrt an. Denn der Hilfeaufruf über Facebook hatte ein solch großes Spendenaufkommen nach sich gezogen, dass die Wehren aus Südbaden nicht alles Material beim ersten Transport ins Krisengebiet mitnehmen konnten. So wurden die restlichen Hilfsgüter im zentralen Katastrophenschutzlager des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald in Eschbach gelagert. Außerdem wurde noch eine zweite Spendenaktion durchgeführt. Hier ging es um Baumaterialien, damit in der Erdbebenregion mit dem Abdichten und Reparieren der Dächer begonnen werden konnte. Am Dienstag vergangener Woche wurden schon etliche Fuhren Baumaterial nach Eschbach gebracht und verladen. Auch an Dreikönig legten die Feuerwehrleute keine Pause ein: In Bahlingen sammelte die Freiwillige Feuerwehr auf dem Gelände von Kreutner und Schmälzlin zentral die letzten Lieferungen mit mehreren Tonnen gespendetem Material von Firmen aus Südbaden und dem Landkreis Reutlingen. 

Am Donnerstagnachmittag machte sich dann der zweite Konvoi mit insgesamt 23 Fahrzeugen von Eschbach aus auf den Weg in die Erdbebenregion. Sie hatten neben dem Baumaterial auch die übrigen Spenden aus der ersten Sammelaktion geladen. Besonders toll: Drei der Feuerwehrfahrzeuge (aus den Landkreisen Böblingen und Gingen an der Filz) waren ebenfalls dabei, die als Spende in Kroatien bleiben. Wieder war der Weg alles andere als einfach. Viel Schnee säumte die Straßen. Doch auch dieses Mal haben die Fahrer, die sich im 2-Stunden-Rhythmus abwechselten, die etwa 1.100 Kilometer mit Bravour gemeistert. Gegen 9 Uhr morgens in Sisak angekommen, wurde der Konvoi erneut mit viel Jubel empfangen. Ein tolles Beispiel für internationale Zusammenarbeit war dann das Entladen vor Ort: Die Einsatzkräfte aus Südbaden wurden von Kameraden eines österreichischen Einsatzzuges unterstützt. Nach einem arbeitsreichen Tag und einer willkommenen Mütze Schlaf ging es dann am Samstagmorgen wieder zurück nach Hause, wo der Konvoi in den frühen Morgenstunden des Sonntags nach 17 Stunden Fahrt ankam.

Die Aktion hat viel Aufsehen erregt. Die kroatischen Medien berichten sehr lobend über den Hilfskonvoi und den Einsatz der Feuerwehren aus der Region, um den Menschen in Kroatien zu helfen. Doch nicht nur bei den Medien, sondern auch bei Privatleuten fand die Aktion große Echo. In den sozialen Medien gab es unzählige lobende Kommentare. Und nicht nur das: Der Konvoi wurde entlang der Strecke von Vielen erwartet: Immer wieder wurden dem Kreisfeuerwehrverband Videos zugeschickt, aufgenommen von Autobahnbrücken aus, die den Konvoi auf seinem Weg nach Kroatien und auch wieder auf dem Heimweg zeigen. Auch zahlreiche Nachrichten aus der kroatischen Bevölkerung waren dabei. „Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden“, schreibt ein kroatischer Feuerwehrmann. „Ich bin seit dem ersten Tag des Erdbebens in Petrinja und habe vieles gesehen. Ich habe mich professionell damit befasst und vieles beiseitegeschoben, damit ich helfen kann. Aber als die Kollegen ankamen, da konnte ich es nicht mehr aushalten und musste weinen. Wir sind alle sehr dankbar für die Hilfe der Kameraden aus Deutschland!“  

Vorbildliche Leistung der Feuerwehren

„Nur stolz kann man das nicht mehr nennen“, äußerte sich der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Nico Zimmermann zur Leistung seiner Mannschaft. Solch eine Leistung könne nie auf der Schulter einzelner getragen werden, sondern nur zusammen gestemmt - angefangen bei den unzähligen Helfern der Sammelaktion über die Übersetzer, die Fahrer und Koordinatoren bis hin zum Einsatzleiter und der Medienabteilung. Auch Kreisbrandmeister Christian Leiberich lobte die „wahnsinnige Leistung“ die in den vergangenen Tagen erbracht wurde – rein ehrenamtlich und das über den Jahreswechsel mit den vielen Feiertagen. „Sowas kann nur gehen, wenn wie bei der Feuerwehr die funktionierenden Grundstrukturen schon da sind“, bilanzierte er. Sehr positiv sei auch gewesen, dass der Einsatzstab in einer realen Situation die Zusammenarbeit testen konnte. Aus den gesammelten Erkenntnissen könne man nun für die Zukunft an ein paar Schrauben drehen. „Aber in großen und ganzen hat alles sehr gut geklappt“, so Leiberich.

Spendenkonto für Erdbebenhilfe

Die Hilfstransporte wurden von den Feuerwehren rein ehrenamtlich geleistet. Die Fahrzeuge, sofern nicht bereits vorhanden, wurden von Speditionen kostenlos zur Verfügung gestellt. Dennoch entstanden natürlich auch Kosten – nicht zuletzt durch den Sprit für die Fahrt. „Im fünfstelligen Bereich“ siedelte Kreispressesprecher Michael Hilbert diese an. Der Kreisfeuerwehrverband Emmendingen hat zur Finanzierung ein Spendenkonto bei der Volksbank Breisgau Nord (IBAN: DE 29 6809 2000 0080 0846 17) eingerichtet. Unter dem Stichwort „Kroatienhilfe“ werden Spenden entgegengenommen. Die Spenden sind zweckgebunden. Neben der Kostendeckung werden sie zur Unterstützung der Kroatischen Feuerwehrangehörigen sowie zum Wiederaufbau der Gerätehäuser und Anschaffung von Feuerwehrtechnik im Krisengebiet verwendet.