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Kreisimpfzentrum in Kenzingen ist betriebsbereit

Weil noch nicht genug Impfstoff da ist, hat das Land den Start jedoch vom 15. auf den 22. Januar verschoben

Kenzingen (dgo). Das Kreisimpfzentrum in Kenzingen ist betriebsbereit. Bis zu 750 Dosen täglich sollen dort bald verabreicht werden. Eigentlich hätte es übermorgen losgehen sollen. Weil jedoch nicht genug Impfstoff vorhanden ist, hat das Land den Start nochmal um eine Woche verschoben.

Letzte Woche am Donnerstag informierte Landes-Gesundheitsminister Manne Lucha die Stadt- und Landkreise über die Verlegung des Starts in den Kreisimpfzentren vom 15. auf den 22. Januar. Der Grund: noch fehlt es an Impfstoff. Die Dosen, die das Land vom Bund bekommt, gehen erstmal an die Zentralen Impfzentren sowie deren Mobilen Impftrupps. Am kommenden Wochenende soll Baden-Württemberg eine neue Lieferung bekommen. Erst diese wird dann auch anteilig den Kreisimpfzentren zugeteilt.

Nun, der Landkreis Emmendingen hat seine Hausaufgaben gemacht. Just am selben Donnerstag, als Lucha die Verzögerung bekanntgab, stellte die Behörde das betriebsbereite Kreisimpfzentrum vor. Eingerichtet wurde es im Industriegebiet Kenzingen in den Räumen des ehemaligen Aldi-Markts. Über Weihnachten, Neujahr und den Dreikönigstag stattete man das 1.200 Quadratmeter große, leerstehende Gebäude mit der entsprechenden Infrastruktur aus. „Der Standort erfüllt beste Voraussetzungen“, sagte Landrat Hanno Hurth bei der Führung letzte Woche.                                                                    

Wie ist das Impfzentrum aufgebaut?

An den Aldi erinnern nur noch die Gebäudeform und die gelben Steinfliesen. Innen wurde mit Aufstellwänden eine breite Einbahnstraße geschaffen. „Impflinge“ betreten das Gebäude vom Parkplatz aus durch den Haupteingang. In einer der sechs Registrierungskabinen werden zunächst die Personalien geprüft. Nach der Anmeldung landet man in einem offenen Wartebereich. An zwei Bildschirmen wird dort ein Aufklärungsfilm gezeigt. Schließlich geht es in eine der acht Impfkabinen, wo jeweils ein Arzt und ein Mitarbeiter mit medizinischer Ausbildung die Impfung vornehmen. Nach dem Einstich kann man in einem Wartebereich zu Ruhe kommen, bis man über den Hintereingang das Gebäude wieder verlässt. Zwischen 45 Minuten und einer Stunde beträgt die Aufenthaltsdauer. Eine eigens eingebaute Lüftungsanlage sorgt für viel Frischluft. Und das Impfzentrum ist barrierefrei.

Wann kann man sich impfen lassen?

Am 22. Januar startet der Betrieb. Am Anfang wird das Kreisimpfzentrum lediglich von 8 bis 12 Uhr geöffnet sein. Pro Woche sollen dann rund 500 Dosen verabreicht werden. Jedoch gilt: je mehr Impfstoff geliefert wird, desto länger werden dann auch die Öffnungszeiten sein. Unter voller Auslastung soll irgendwann von 9 bis 21 Uhr durchgängig geimpft werden. Bis zu 750 Dosen täglich sind dann geplant. „Die Öffnungszeiten werden so betrieben wie der Impfstoff da ist“, erklärte Andrej Hog, organisatorischer Leiter der Einrichtung. „Die Hälfte der Dosen“, ergänzte der Ärztliche Leiter und Pandemie-Beauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung Dr. Dirk Kölblin, „wird direkt für die zweite Impfung eingelagert und dann 21 Tage später beim zweiten Termin später verabreicht“. Für den Biontech-Impfstoff gebe es einen Froster mit Ultratiefkühlung, der eine Gradzahl von Minus 75 garantiert.

Woher kommt das Personal?

Mit Christian Leiberich, Kreisbrandmeister und Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, sowie Kreis-Kämmerer Christian Bader haben Hog und Kölblin das Kreisimpfzentrum in den letzten Wochen aufgebaut. Mit 50.000 und 70.000 Euro ging der Kreis hierbei in Vorleistung. Eine Messebaufirma sorgte für die Umsetzung. Rekrutiert wurde außerdem das Personal für den Betrieb. Vier-Stunden-Schichten mit jeweils 30 Personen sind notwendig. „Wir starten mit einem harten Kern von 100 Ärzten“, so Kölblin. Erfolgreich war auch der Aufruf zur Rekrutierung des medizinischen und sonstigen Personals. „600 Personen haben sich bei uns gemeldet“, berichtete Michael Fromm, Hauptamtsleiter des Landratsamtes. An der Registratur gebe es außerdem Hilfe durch Soldaten der Bundeswehr.

Wer wird als erstes geimpft?

Im Kreis Emmendingen leben rund 167.000 Menschen - davon sind 48.000 älter als 60 Jahre. Dieser Personenkreis soll nach der Impfverordnung der Bundesregierung in drei verschiedenen Gruppen und Altersphasen nacheinander geimpft werden. Danach folgt die restliche Bevölkerung. Als erstes wird der Personenkreis der Gruppe 1 mit Menschen über 80 Jahren geimpft. Im Landkreis sind dies rund 11.000 Menschen. Zur Gruppe 1 gehören außerdem Personen, die stationär oder ambulant betreut werden. Geimpft werden außerdem die Mitarbeiter dieser Einrichtungen. Dies wird vor allem durch die Mobilen Impfteams abgedeckt. Auf diese Weise wurden letzte Woche im Kreiskrankenhaus rund 180 Mitarbeiter geimpft.

Wie meldet man sich an?

Ab dem 19. Januar kann man sich für einen Termin im Kreisimpfzentrum anmelden. Vergeben werden sie einerseits über die bundesweite Hotline 116 117, anderseits über die www.impfterminservice.de. Im Impfzentrum selbst müssen Personalausweis, Krankenversicherungskarte sowie – falls vorhanden – der Impfpass mitgebracht werden. Es herrscht Mundschutzpflicht. Die Impfung selbst ist kostenlos – und freiwillig. „Machen Sie mit bei der Immunisierung!“, appellierte Landrat Hanno Hurth letzte Woche. Sich impfen zu lassen, schütze einerseits vor einer eigenen Corona-Erkrankung. Anderseits leiste man damit einen „Beitrag zur Eindämmung zur Pandemie“.