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Zweiter Hilfstransport nach Kroatien

Nach dem schweren Erdbeben: Riesige Welle der Hilfsbereitschaft aus ganz Baden-Württemberg

Hartheim/Gewerbepark. Nicht im Traum hätte Gerhard Lai gedacht, dass der Spendenaufruf für die Erdbebenopfer in Kroatien eine so große Resonanz hervorrufen würde. Gerechnet hatte er mit Hilfsgüter, die auf zwei LKW passen würden. Gerhard Lai ist Mitgründer der Partnerschaft zwischen dem Kreisfeuerwehrverband Breisgau-Hochschwarzwald und dem kroatischen Verband. Aber Lai wurde eines Besseren belehrt.

Bereits vor einer Woche war ein Konvoi aus 14 Fahrzeugen ins Erdbebengebiet mit Hilfsgüter gefahren. Nun, eine Woche später trafen erneut 23 Fahrzeuge im Gewerbepark ein, um ein zweites Mal in Kroatien Hilfe zu leisten. Wehren aus dem gesamten Umkreis und dem Landkreis Emmendingen hatten die gespendeten Güter von Firmen und Institutionen geladen mit Ziel das 1.100 km entfernte Sisak in der Nähe von Zagreb. 
Vor der Abfahrt trafen sich die 48 Fahrer zum Briefing. Lai informierte über die Befreiung von der Autobahnmaut, gab Tipps zum Tanken und zum Verhalten am Zielort. Hier zeigte sich, welch enorme Organisation und Logistik nötig war, um die große Menge an Spenden ins Erdbebengebiet zu fahren. Es war an alles gedacht: blaue Flaggen und Nummern für jeden Lkw als Kennzeichnung eines Hilfstransports, Funkgeräte, Verpflegung, Desinfektionsmittel, Masken, Handschuhe und Unterlagen zum Nachlesen für alle Fahrer sowie Pullover gegen die Minusgrade von -12 bis -17 Grad im Einsatzgebiet. Eingeplant waren rund  20 Stunden Fahrzeit. Die Wehren sind gut vernetzt, so dass wenn nötig, Österreich Hilfe bei schwerem Schneefall leisten würde. An der kroatischen Grenze wird der Konvoi von der Polizei abgeholt werden und zum Zielort eskortiert. Mit einem LKW eines Freiburger Autohauses, von Hartheimer Firmen, der Abfallwirtschaft der Stadt Freiburg, zweier Firmen aus Umkirch und anderen zur Verfügung gestellten, privater und firmeneigener Lastwagen setzte sich in Begleitung von Feuerwehrfahrzeugen und dem THW pünktlich um 16  Uhr der Konvoi in Richtung Autobahn in Bewegung. Zwei Feuerwehrfahrzeuge werden als Geschenke künftig in Kroatien zum Einsatz kommen. Und ein weiteres hilfreiches Abenteuer hatte begonnen. Michaela Heitzler-Andris