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Bunt gespicktes Programm der Pflüme

„Pflüme hoch“ – Dank Livestream Fasnet-Stimmung in den Wohnzimmern

Herbolzheim-Wagenstadt (heb). Damit ja nichts schief geht, war der Live-Stream der Wagenstadter Pflüme am Samstag bereits  ab 11 Uhr mit Fasnachtsmusik gestartet, damit alle zu Hause ihre Technik überprüfen konnten.

Pünktlich um 19.31 Uhr waren dann die Narren direkt in den Wohnzimmern und mit „I'm happy“ und einem bunten Reigen der Vorfreude der Pflüme begann der illustere, unterhaltsame Abend – wenn auch ganz anders, als gewohnt.
Und, damit auch wirklich alle Fans der Pflüme in den Genuss kamen, gab es tatsächlich eine Hotline für technische Probleme. Obernarr Sebastian Huber sagte „wir wollen viel Freude ins Daheim bringen“ und begrüßte  Ortsvorsteher Thomas Hofstetter und Bürgermeister Thomas Gedemer, der zuvor gepostet hatte, dass er live mit von der Partie ist. Videos zur Schlüsselübergabe, der Schülerbefreiung, dem Narrenbaumstellen und dem Verlesen der Narrengesetze verdeutlichten, dass Corona gegen die fünfte Jahreszeit in Wagenstadt keine Chance hat. „Pflüme hoch“, der Narrenspruch in Wagenstadt, das immer dreimal, hörte man am Samstagabend oft und dazu sah man auch die Pflümeschnaps-Flasche, die bei den beiden Moderatoren Frieda und Heinz, den Dorfratschen, permanent im Einsatz war. Gewünscht war bei diesem Livestream, dass man Fotos von Daheim zumailt, am besten mit Konfetti-Ambiente und entsprechendem Häs. Nigelnagelneue Auftritte wurden versprochen, knapp 500 Zuschauer waren live dabei und darunter laut Huber viele Narren anderer Zünfte, dann Besucher aus der Schweiz, dem Elsass und sogar Brasilien. Gestreamt wurde sozusagen weltweit über verschiedene Kanäle.
Traditionell folgte dann der Pflüme-Tanz um den Pflaumenbaum, gefilmt 2017, dann verankerte sich das Bild auf einen Esstisch mit der Lockenwickler tragenden Frieda in der Kittelschürze und dem Heinz, der mit Englisch nicht viel am Hut hatte.  Von der Garde gab es Einnblicke in bisher unveröffentlichte Probenarbeit aus verschiedenen Jahren und mit Schellengeschichten machte der Bott (Traudel Höhn) bekannt, was im Dorf so alles passiert war. Pech und Pannen Einzelner wurden vorgetragen, bevor einige Botts a.D. im Bild nacheinander auftauchten, dazwischen desinfizierte die Putzfrau. Ganz professionell fanden auch die Sponsoren ihren Platz im Livestream, sie wurden profimäßig vermarktet. Die SG Nowa die Ultras waren mit Macho-Sprüchen mit im Programm, bevor es von der Blau-Weiß-Garde keinen Tanz, sondern ein Quiz gab. An verschiedenen Plätzen in Wagenstadt wurden die Fragen gestellt. Hier konnten alle Zuschauer mitmachen, am Ende lockten drei Preise. Fragen wie „Wie hieß der 1. Obernarr?“ oder „Der Vorname der Bäckerin Dörr“ mussten erraten werden. Der dann folgende Hardrocker vom Musikverein  fuhr nach Herbolzheim und stand vor verschlossener Breisgauhalle, bis er in Wagenstadt fündig wurde, hier war schließlich etwas geboten.

Immer wieder gab es kleinere Sticheleien von dem Ortsteil in Richtung Kernstadt. Die Pflüme-Quätscher, bekannt für schräge Guggemusik hatten verschiedene Einblicke ihrer „Konzerte“ im Repertoire. Zu einem Online-Seminar allerdings ohne Ton luden die Feuerwehrmänner Philipp und Michael ein und das war einfach nur witzig und ideenreich.

Pflüme-Polka oder die Mädels vom MGV Liederkranz, bei denen unter jeder Steppdecke ein Depp steckte, bereicherten das mehrstündige Programm.