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Für die Schule von morgen

Gemeinderat Umkirch: Digitalpakt für die Grundschule wird umgesetzt

Umkirch. In der Gemeinde Umkirch schreitet die Umsetzung des Digitalpaktes für die Grundschule im Kinderbildungszentrum voran. Der Gemeinderat stimmte jüngst der Ausschreibung und Vergabe der dafür benötigten Ausstattung zu. Im Januar wurden bei den Haushaltsberatungen die entsprechenden Mittel von 95.000 Euro bereitgestellt, wobei davon 54.000 Euro durch Zuschüsse gedeckt sind. Hinzu kommt aktuell eine neue Förderung von 6.000 Euro für die Lehrerausstattung, wodurch der Eigenanteil für Umkirch auf 35.000 Euro abschmilzt.

Schulleiter Siegmund Früh und Konrektor Lukas Zellerhoff stellten den Medienentwicklungsplan vor. Zugrunde liegt der Bildungsplan für Baden-Württemberg, welcher der Medienbildung eine zentrale Rolle zukommen lässt. Gut zwei Drittel aller sechs- bis 13-Jährigen würden sich nach eigenen Angaben zu Internetnutzern zählen, so Zellerhoff, der sich auf Zahlen der KIM-Studie (Kindheit, Internet, Medien) stützt. Die Studie besagt ebenfalls, rund 98 Prozent aller Kinder potenziell die Möglichkeit hätten, zu Hause das Internet zu nutzen. Den Kindern könnten in der Schule aber nicht einfach alle Medien nur zur Verfügung gestellt werden. „Nur weil viele Kinder das Internet nutzen heißt dies nicht, dass sie damit verantwortungsvoll umgehen können“, sagt der Konrektor. Medien würden nicht unbedingt korrekt bedient, es könne ebenfalls nicht von einem medienkritischen Umgang und nicht von Medienkompetenz gesprochen werden. Ziel sei es bereits in der Grundschule die Basis zu bilden, dass Kinder der Mediengesellschaft selbstbewusst gegenübertreten könnten. „Es geht darum Kompetenzen zu vermitteln und das ganze Fächerintegriert zu unterrichten. Es reicht dafür nicht alle paar Monate in den Computerraum zu gehen, sondern dass es dauernd in den Unterricht mit einfließt“, sagte Lukas Zellerhoff. 
Aktuell gebe es in jeder Klasse einen Overhead-Projektor, zwölf wartungsintensive Laptops die nicht mehr zum Einsatz kämen, zwei mobile Beamer und zwei klassische alte Fernsehschränke. Verlässliches WLAN sei nicht vorhanden. Durch jüngste Initiativen seien fünf Laptops für die Lehrkräfte vorhanden und auch 27 iPads, die teils an die Lehrer ausgegeben wurden und der andere Teil bei Bedarf zur Arbeit in einer Klasse eingesetzt werde. Jetzt sollen alle 13 Klassenzimmer ausgestattet werden, dazu gehören Beamer und Projektionsfläche sowie iPads (je 15 bezogen auf eine Klasse), wie auch das Netzwerk. Vier Lernräume, die ohne Beamer auskommen, sollen mit Bildschirmen ausgestattet werden. Hinzu komme noch ein iPad-Klassensatz, der mobil zusätzlich eingesetzt werden könnten. Berücksichtigt sei, dass mit dem Schuljahr 2022/2023 der Ganztagsschulbetrieb beginne. Die gewährten Fördermittel beruhen auf 170 Schüler im Jahr 2018, wobei bereits jetzt 214 Grundschüler unterrichtet würden. Im ersten Schuljahr mit Ganztagsschulbetrieb würde von 276 Schülerinnen und Schülern ausgegangen. 
„Die Zielausstattung berücksichtigt die Schulgröße als Ganztagsschule bei durchgängiger Dreizügigkeit“, sagte Lukas Zellerhoff. „Für uns ist das einen Riesenschritt in Richtung Schule von morgen.“ Daniel Hengst