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Umsteigen ist Trumpf

Nahverkehrsplan des Zweckverbands Regio-Nahverkehr Freiburg

Regio. Nach dem ÖPNV-Gesetz von Baden-Württemberg haben die Stadt- und Landkreise in ihrer Eigenschaft als Aufgabenträger für den straßengebundenen öffentlichen Personennahverkehr Nahverkehrspläne (NVP) aufzustellen und diese in der Regel alle fünf Jahre oder  bei aktuellem Bedarf fortzuschreiben. Ziel ist, den öffentlichen Personennahverkehr im Rahmen eines integrierten Gesamtsystems als eine vollwertige Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu entwickeln.

Die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen sowie die Stadt Freiburg im Breisgau haben diese Aufgaben im Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (RVF) gebündelt. Nachdem im Sommer 2021 damit zu rechnen ist, dass alle Schienenstrecken im RVF elektrifiziert sind, will man nach dem Motto „Zug und Bus aus einem Guss“ jetzt die Systeme des ÖPNV stärker integrieren und stellt mit dem neuen Nahverkehrsplan 2021 auch die bisher historisch gewachsenen Linienführungen und den Bedienungsumfang der Regionalbusse auf den Prüfstand. 
Die stärkere Vernetzung der Nahverkehrssysteme führt nun in der Praxis dazu, dass die Zahl der Direktverbindungen reduziert werden und für zahlreiche  Fahrgäste ein häufigeres Umsteigen notwendig werden kann. Die wird in vielen  Fällen zu längeren Fahrzeiten führen, was noch dadurch verschärft werden könnte, dass die Anschlussverbindungen eventuell nicht erreicht werden.
Bei der derzeit vorliegenden Entwurfsplanung zeigt sich für den südlichen Breisgau und das Markgräflerland eine Abkehr von der Ausrichtung auf das Oberzentrum Freiburg und eine stärkere Entwicklung hin zu den Mittelzentren Bad Krozingen/Staufen sowie Müllheim. So endet die Fahrt durch das Hexental künftig im Freiburger Stadtteil Vauban, wo man auf die Linie 3 der VAG umsteigen muss, wenn man in die Stadtmitte von Freiburg oder zum Hauptbahnhof will. Die Linie durch das Schneckental soll künftig in der Munzinger Straße enden und für die Weiterfahrt muss man ebenfalls in die Linie 3 umsteigen. Wenn die von den Änderungen betroffenen Gemeinden eine Rückkehr zu den derzeitigen ÖPNV-Verbindungen wünschen, müssen sie für diese Leistungen bezahlen.  In Ehrenkirchen, wo sich die Anbindung der westlichen Ortsteile Offnadingen und Scherzingen am Wochenende und in den Schulferien auf Norsingen reduziert, kam bei der letzten Gemeinderatssitzung die Idee eines Bürgerbusses auf. Solche Gedanken könnten auch in anderen Gemeinden Schule machen. Dr. Christoph Jehle