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Grünes Eigentor

Guerilla-Wahlkampf der Grünen Jugend in Schallstadt

Schallstadt. Mitte vergangener Woche staunten viele Schallstädter nicht schlecht, als sie auf zahlreichen öffentlichen Flächen den Graffiti-Schriftzug „GREEN DEAL FÜR BW“ fanden. Da sich die Grüne Jugend Baden-Württemberg auf ihrer Instagram-Seite mit der Aktion „brüstete“, war die Frage nach dem Verursacher schnell beantwortet.

Die Aktion, die wohl unter den Begriff „Guerilla-Wahlkampf“ fällt, stieß jedoch nicht bei vielen Bürgerinnen und Bürgern von Schallstadt auf Gegenliebe. Insbesondere Bürgermeister Sebastian Kiss (CDU) war äußerst verärgert. Die zahlreichen Arbeitsstunden, die durch Personal der Gemeinde für die Reinigung der beschrifteten Flächen investiert werden mussten, will er der Grünen Jugend in Rechnung stellen. Diese, offenbar überrascht von der Vehemenz der Verärgerung im örtlichen Rathaus, habe die Bereitschaft erklärt, selbst bei der Entfernung der Graffitis Hand anzulegen. Da zum Teil auch auf Sandstein gesprüht wurde, siehe rechtes Foto, waren den jungen Leuten die Konsequenzen ihres Handelns in Gänze offensichtlich nicht klar, denn auch die Reinigung hinterlässt  Spuren … 
Die Grüne Jugend Breisgau-Hochschwarzwald erklärt auf RK-Anfrage, sie habe die Kreide-Spuren entfernt, von Kosten sei ihr nichts bekannt. Landtagskandidatin Nadyne Saint-Cast (Bündnis 90/Die Grünen) wurde von der Aktion überrascht. Der Landesverband der Grünen Jugend habe seinen Mitgliedern  „jugendliche Formate“ der Wahlwerbung empfohlen. Da es sich um abwaschbare Sprühkreide handele, die normaler Weise auch vom Regen weggespült werde, sei die Empörung im Rathaus vielleicht auch ein bisschen dem Wahlkampf zuzurechnen, vermutet sie. „Auf Gebäuden oder Sandstein ist die Kreide-Besprühung nicht so glücklich gewählt“, räumt die Kandidatin ein. Ob die Sprühkraft CO2-neutral war, lässt sich aus dem Stehgreif  nicht beantworten – unter dem Strich bleibt der Eindruck eines klassischen Eigentores der Grünen Jugend, die mit der gesprühten Kreide, wie sie erklärt,  keine bleibenden Spuren  verursachen wollte. Frank Rischmüller