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Innenstadtentwicklung  geht in die nächste Phase

Bad Krozingen: Gemeinderat stimmt Vorentwurfsplanung für Rathausanbau zu / Imposanter Neubau soll knapp sechs Millionen Euro kosten

Bad Krozingen. Bereits im Juli 2020 hatte sich der Gemeinderat einstimmig für den Entwurf des neuen Rathausanbaus des Architektenbüros K9 aus Freiburg entschieden, der vor allem durch seine klare Architektur und Wirtschaftlichkeit überzeugte. In dem platzsparend konzipierten kompakten Gebäude an der Ecke Basler Straße und Joseph-Vomstein-Straße sollen das Bürgerbüro, Besprechungsräume und vor allem von der Verwaltung dringend benötigte zusätzliche Büroräume untergebracht werden. Auch muss Bad Krozingen für den Antrag zur Großen Kreisstadt nachweisen, dass für die zusätzlichen Mitarbeiter entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.  

In der Gemeinderatssitzung am Montag stellten Wolfgang Borgards, Geschäftsführer des Architekturbüros und Baudezernent Lorenz Wehrle den in der Zwischenzeit weiter entwickelten Planungsvorschlag vor.
Das optisch unaufdringliche Gebäude mit sandfarbener Fassade und hellem Dach wird im ersten Obergeschoss direkt an das südlich gelegene Walter-Scheel-Haus angebaut und auf dieser Ebene mittels eines Steges auch mit dem Rathauses verbunden sein. Da bei den anstehenden archäologischen Untersuchungen ein Aushub erfolgt und die inzwischen in dem Gebiet gemachten archäologischen Funde eine tiefere Gründung notwendig machen, ist nun anders als im ursprünglichen Entwurf auch ein Untergeschoss geplant. Dadurch wurden oberirdisch wertvolle Flächen für Büros frei. Im Keller sollen unter anderem Lager, Technikräume und die Brunnenstube des neuen Brunnens auf dem Rathausplatz untergebracht werden. Im Rahmen des Haustechnikkonzeptes fand man auch für die Wärmeversorgung eine gute innovative und klimafreundliche Lösung gefunden. Das Blockheizkraftwerk der Badenova im benachbarten neuen Gebäude der Wohnbau Baden AG wird den Anbau mit Nahwärme versorgen.
Ebenso konnte in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachbereichen die Innenaufteilung des Neubaus optimiert und die Nutzung der einzelnen Räume festgelegt werden. Im Erdgeschoss des Rathausanbaus wird zentral das Bürgerbüro angesiedelt sein. Daneben ist Platz für Beratungsräume und die Telefonzentrale. Im ersten Obergeschoss befinden sich neben Büroräumen ein großer Besprechungsraum auf der Südseite des Gebäudes. Ebenfalls zum Rathausplatz hin liegen auf der gleichen Ebene im zukünftig barrierefrei zugänglichen Scheel-Haus das Büro des Bürgermeisters und im Rathaus selbst anstelle des jetzigen Verbindungsganges ein erweitertes lichtdurchflutetes Trauzimmer. Viel Platz für Büros ist im zweiten Obergeschoss und im Dachgeschoss, das dank des steilen Daches nahezu vollständig nutzbar ist. Parallel wurde auch die Raumaufteilung im Rathaus selbst überarbeitet, so dass dieses in Zukunft effizienter genutzt werden kann. Bisher ausgegliederte Dezernatsabteilungen werden in Zukunft wieder zentral untergebracht sein. Allerdings wird es weiterhin nötig sein, anderweitig zusätzliche Räumlichkeiten für die Verwaltung anzumieten.
    Derzeit liegen die geschätzten Baukosten für den Rathausanbau um eine Million Euro über der ursprünglichen Planung. Dies hat mehrere Gründen. Zum einen entstehen Zusatzkosten wegen der notwendigen tieferen Gründung des Neubaus. Außerdem stellte sich erst nach Abbruch des Bleile-Haus heraus, dass das Walter-Scheel-Haus mit Bohrpfählen aufwendig gesichert werden muss. Auch will man gemäß Gemeinderatsbeschluss einen höheren, an KfW 40 orientierten Energiestandard umsetzen. Hinzu kommen die seit zwei Jahren starken Kostensteigerungen im Baubereich durch fehlende Baustoffe und der Mangel an Fachkräften. Insgesamt werden die Kosten für das Projekt mit 5,9 Millionen Euro veranschlagt, davon wird das Land Baden-Württemberg circa eine Million Euro beisteuern.
Der Gemeinderat genehmigte die vorgestellte Vorentwurfsplanung einstimmig. Auf Vorschlag von Sabine Pfefferle (CDU) beschloss das Gremium eine Deckelung der Projektkosten in Höhe der aktuell veranschlagten 5,9 Millionen Euro. Außerdem wurde die Entscheidung über die Fassadengestaltung zurückgestellt bis ein Kostenvergleich vorliegt und die Besichtigung eines Referenzgebäudes stattgefunden hat. Gemäß vorgestelltem Zeitplan sollen nach der in diesem Monat beginnenden Sicherung des Walter-Scheel-Hauses ab September die Archäologen das Gelände untersuchen. Bauantrag und Ausschreibung sind bis Jahresende 2021 geplant, der Baubeginn selbst im Frühjahr nächsten Jahres. Läuft alles nach Plan, wird der Rathausanbau im Herbst 2023 fertig sein. Damit das Bauvorhaben jedoch überhaupt genehmigt werden kann, musste der geltende Bebauungsplans „Innenstadt“ im Bereich des Rathausanbaus geändert werden, unter anderem in Bezug auf den Zuschnitt des Baufensters, die Zahl der Geschosse und die Dachform. Dieser Bebauungsplanänderung im beschleunigten Verfahren erteilte der Gemeinderat geschlossen seine Zustimmung. Andrea Hagemann-Raffs