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Weiterer Schritt für den neuen Bauhof

Der Gemeinderat Ringsheim billigte den Planentwurf zur Aufstellung des Bebauungsplanes

Ringsheim (mat). Der Gemeinderat billigte den Planentwurf zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Sondergebiet Bauhof“ als nächsten Schritt für ein neues Gebäude für die Mitarbeiter des Bauhofes, einschließlich der Offenlage.

Planer Tobias Jägle erläuterte in der Sitzung am Dienstag noch einmal die wesentlichen Kriterien der Planung. Im Juni 2020 beschloss der Rat bereits den Standort am nördlichen Grasweg gegenüber der alten Tabakschöpfe. Im Dezember des gleichen Jahres folgte der Aufstellungsbeschluss für ein vereinfachtes Verfahren. In die Planunterlagen des Büros Mathis + Jägle aus Kippenheim sind bereits die Ergebnisse der umfangreichen Fachgutachten Umwelt, Natur- und Artenschutz eingearbeitet.

Einstiger „Stierstall“

Der bisherige Bauhof im südlichen Teil des Grasweges erfüllt längst nicht mehr die Anforderungen. Der ehemalige Farrenstall, bei den Ringsheimern „Stierstall“ genannt, diente während der dörflichen Viehhaltung als Deckstation und wurde dann als Bauhof genutzt, als die landwirtschaftliche Viehhaltung im Dorf aufgegeben wurde. Mit dem Bauhof II in der Oberfeldstraße wurde bisher die Nutzfläche erweitert.

Von elf möglichen Standorten für den Bauhof entschied sich der Gemeinderat letztlich für den nördlichen Grasweg. Das Plangebiet hat eine ausreichende Fläche von 8.600 Quadratmetern. Da auch für die Feuerwehr ein neues Gebäude seit Jahren diskutiert wird, war auch ein gemeinsamer Bau beider Häuser am nördlichen Grasweg in der Diskussion, wurde aber im Verlauf der weiteren Planungen verworfen.

Bürgerentscheid am 27. Juni

Wie bereits hinreichend bekannt, soll nach dem Willen der Feuerwehr und des Gemeinderates das neue Feuerwehrhaus südlich der Kahlenberghalle mit Rampe als Auffahrt zur Hauptstraße gebaut werden. Ob das so kommt, wird der für 27. Juni terminierte Bürgerentscheid zeigen. Sollte im Ergebnis der Bau des Feuerwehrhauses bei der Kahlenberghalle abgelehnt werden, käme ein separater Bau südlich des Bauhofs in Frage. „Wir werden jedes Ergebnis des Bürgerentscheids respektieren“, betonte Bürgermeister Pascal Weber.

Für den möglichen Bau eines Feuerwehrhauses wäre noch genügend Fläche im südlichen Teil vorhanden. Sollte diese Option erforderlich sein, wären weitere neue Gutachten wie Lärm- und Artenschutz erforderlich. Die Schrebergartenbesitzer im südlichen Teil des Geländes dürfen ihre Gärten behalten. Die Flächen dienen gleichsam als ökologische Ausgleichsflächen. Auf Grund einer Fledermauspopulation in den gegenüberliegenden historischen Tabakschöpfen ist in diesem Bereich zukünftig keine Straßenbeleuchtung erlaubt.

Arbeiten vergeben

In der gleichen Sitzung beschloss der Rat zugleich die Vergabe für die Lieferung und Montage einer Stahlbaufertighalle für den Neubau des Bauhofes an die Firma Schweizer Hallenbau aus Rust zum Angebotspreis von rund 329.000 Euro. Rund 1,25 Millionen Euro sind als Gesamtkosten eingeplant, zusätzlich einer möglichen selbstfinanzierten Photovoltaikanlage. Bereits zugesagt sind Zuschüsse aus der Förderung Entwicklung Ländlicher Raum (ELR) in Höhe von 147.000 Euro.

Die Planung sieht eine Halle mit einer Länge von 41 Metern und einer Breite von 20 Metern vor, mit einer Gebäudefläche von rund 828 Quadratmetern. Hinzu kommt eine Außenfläche von 3.443 Quadratmetern. Aufenthalts-, Sanitäts- und Umkleideräume für beide Geschlechter, Werkstätten, Lager- und Fahrzeugflächen sowie zwei Garagen sind Planungsgrundlage.

Bebauungsplan „Mischgebiet Leimenfeld“

Dem Wunsch eines Grundstücksbesitzers folgend, beschloss der Gemeinderat den Bebauungsplan „Mischgebiet Leimenfeld“ als Satzung. Am 22. März befasste sich der Rat bereits mit dem Thema. Der Bebauungsplan sollte auch aus Kostengründen im vereinfachten Verfahren vollzogen werden. Doch das Landratsamt forderte zusätzlich einen Umweltbericht, auch zu Lasten des Antragstellers, weil er die gesamten Verfahrenskosten trägt. „Das ist reine Preistreiberei“, ärgerte sich damals Gemeinderat Wolfgang Weber (CDU).

Der Eigentümer einer vorhandenen Fahrschule will in dem 3.400 Quadratmeter großen Plangebiet westlich der Bahnlinie seinen Betrieb erweitern und durch Zukauf eines gemeindeeigenen Grundstücks Wohnmobilstellplätze errichten. Mit dem Grundstückseigentümer wurde ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen, indem der Antragsteller alle mit der Erweiterung des Bebauungsplanes entstehenden Kosten übernimmt. Der erforderliche Bauantrag lag dem Rat dann auch auf dem Tisch.

Zustimmung zum Bauantrag Dem beantragten Neubau eines Gewerbe- und Wohngebäudes, eines Garagengebäudes sowie 18 Stellplätzen für Wohnmobile stimmte der Gemeinderat zu. Im Erdgeschoss des Gebäudes sollen eine Fahrradwerkstatt und Lagerräume entstehen sowie zwei Büros mit sanitären Anlagen. Im Obergeschoss sind Wohnräume geplant. Im Norden der Fläche sollen 18 Wohnmobilplätze entstehen. Die Zustimmung zum Bauantrag erfolgte einstimmig. Die Sachbearbeiterin Helena Gutbrod teilte mit, dass zum Bauantrag eine zunächst nur telefonische Einwendung angekündigt worden sei.

Fit für das digitale Zeitalter

Während der Pandemie wurde deutlich, wie groß das technische Defizit in der Ringsheimer Karl-Person-Schule ist. Mit dem am 23. März beschlossenen Medienentwicklungsplan, von der Schulleitung und der Verwaltung gemeinsam erarbeitet, schlägt auch Ringsheim den Weg der digitalen Bildung ein. Die Umsetzung soll in zwei Phasen erfolgen. Zunächst erfolgt die Einrichtung eines flächendeckenden WLAN-Netzes in der Schule, so dass in jedem Klassenraum digitale Medien eingesetzt werden können. Zusätzlich sollen Präsentationstechniken, zum Beispiel eine digitale Tafel, beschafft werden. In Phase zwei soll ein schuleigener Server eingerichtet werden. Gemäß dem neuesten Stand der Technik sollen vier Dokumentenkameras und vier Smartboards beschafft werden.

Das Projekt wird vom Land aus dem Digitalpakt Schule gefördert. Das Budget für Ringsheim beträgt rund 30.000 Euro, mit einem Eigenanteil des Schulträgers (Gemeinde) von 20 Prozent. Unter drei Angeboten für die WLAN-Einrichtung und Präsentationstechniken lieferte die Firma Xeeon Computer aus Vogtsburg mit 39.637 Euro das günstigste. 80 Prozent davon werden aus dem Digitalpakt Schule erstattet.

Auf Schulbedürfnisse abgestimmt

Schulleiter Alexander Brucher betonte in der Sitzung, dass das Konzept genau auf die Bedürfnisse der Schule abgestimmt sei. Fragen im Rat gab es zu den Folgekosten wie Unterhaltung, Wartung, Ersatzbeschaffung. Dies werde sich im Rahmen bewegen, wie Schulleiter Brucher prognostizierte. Fortbildungsbedarf bestehe für das Lehrpersonal, um die Technik auch bedienen zu können. Der Gemeinderat stimmte einstimmig der Auftragsvergabe an die Firma Xeeon Computer aus Vogtsburg zum Angebotspreis von 39.637 Euro zu.

Weiteren Bauvorhaben zugestimmt

Zugestimmt wurde einem Bauvorhaben zum Bau eines Einfamilienhauses mit Garage und Carport in der Siedlungsstraße. Der Bau erfolgt nach Abriss des noch vorhandenen und baufälligen Altbaus, was dem Rat bereits zur Kenntnis gegeben wurde. Zustimmung fand auch der geplante Rückbau eines Schuppens in der Hausener Straße. Hierfür soll ein Balkon im Obergeschoss mit Zugang über eine Treppe gebaut werden und im Dachgeschoss werden zwei neue Dachgauben entstehen.

An anderer Stelle in der Hausener Straße soll ebenfalls ein baufälliger Schuppen abgerissen werden. Auf der Freifläche soll ein begrünter Innenhof entstehen, was die Zustimmung des Rates fand. Zustimmung fand auch der Bau eines landwirtschaftlichen Unterstellplatzes in der Vogesenstraße, trotz des Einwandes eines Anliegers, dessen Bewertung die Baurechtsbehörde vorzunehmen hat. Diese habe auch zu prüfen, ob es sich um eine Baumaßnahme im Innen- oder Außenbereich handele.