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Erfolg nicht gut genug

Staufener Arbeitskreis Hebungsrisse tagte /  Doubletten-Bohrung

Staufen. Die Hebungen beschäftigen weiterhin Staufen, eine Doubletten-Bohrung soll nun einer Verbesserung der aktuellen Hebungssituation und eine Druckentlastung des Absenkbetriebes erwirken. Am 11. Juli soll planmäßig mit dem Bau begonnen werden, hierüber wurde vergangene Woche der Arbeitskreis Hebungsrisse der Stadt Staufen informiert.

Im Rahmen der Doubletten-Bohrung werden in einem der bereits bestehenden Brunnenschächte ein zweites Rohr parallel eingebaut. Über die beiden Rohre sollen nach der Fertigstellung zwei Pumpen Wasser aus unterschiedlich tiefen Gesteinsschichten fördern. Die Experten vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau sowie von der Ingenieurgruppe Geotechnik aus Kirchzarten versprechen sich von dieser aufwendigen Maßnahme eine weitere Verringerung der Hebungsgeschwindigkeit. Da während der dreimonatigen Bauzeit in diesem Brunnen kein Wasser gefördert werden kann, werden die  anderen beiden Brunnen für die notwendige Absenkung des Grundwasserspiegels sorgen. 
Die jüngste Auswertung der Ende März/Anfang April turnusgemäß durchgeführten Höhenmessungen zeigt, dass sich das Zentrum des Hebungsbereiches weiter verkleinert hat. Aktuell sind Hebungen zwischen 1 mm und 1,2 mm im Monat nur noch an 11 Messpunkten zu beobachten, im Vorjahr waren es noch 15 Messpunkte. An den meisten Punkten sinkt   die Hebungsgeschwindigkeit oder stagniert, so dass sich weiter eine Verlangsamung des Hebungsprozesses zeigt. 
Im Rahmen der geplanten Doubletten-Bohrung sollen in einem kleinen Gebiet zusätzliche monatliche Höhenmessungen durchgeführt werden. Ebenso sind  in diesem Rahmen hydrochemische und isotopenhydrologische Untersuchungen geplant. Diese werden Auskunft über die genaue Zusammensetzung und das Alter des Wassers geben. Jüngste Untersuchungen hatten bereits eine Erhöhung der Tritiumanteile im Wasser in allen Brunnen ergeben, dies bedeutet, dass sich durch die Pumpmaßnahmen der Anteil jüngeren Grundwassers leicht ansteigt. Eine Tatsache, die auf ein großes Einzugsgebiet  des Absenktrichters schließen lässt. Das radioaktive Tritium ist beispielsweise in sehr geringen Mengen in Regenwasser enthalten und hat eine Halbwertzeit von 12,3 Jahren. 
Die regelmäßigen Kontrollen des öffentlichen Erdgasnetzes erfolgen weiterhin planmäßig und blieben ohne Beanstandung. 
Annika Willscheid